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Wasser und Hang

Swale (Höhenliniengraben)

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-158 Min. Lesezeit

Waagerechter Graben auf der Höhenlinie eines trockenen Hangs, Regenwasser steht gleichmäßig darin, darunter ein gemulchter Erdwall mit jungen Bäumen

Kurz gesagt

Ein waagerechter Graben genau auf der Höhenlinie eines Hangs, mit bepflanztem Erdwall darunter: Abfluss stoppt, verteilt sich und versickert.

Was ist eine Swale?

Eine Swale ist ein Graben, der nirgendwohin führt. Er wird quer zum Hang genau auf der Höhenlinie ausgehoben, sodass seine Sohle von einem Ende zum anderen waagerecht liegt, und der Aushub wird talseitig zu einem niedrigen Wall aufgeschüttet. Regen, der den Hang herabläuft, erreicht die Swale und bleibt stehen. Ohne Gefälle kann er nicht weiter, er verteilt sich über die ganze Länge und hat Zeit zu versickern. Die Swale ist kein offener Speicher, sondern füllt den Speicher unter ihr: den Boden des Hangs darunter.

Das Wort sorgt für Verwirrung. Im nordamerikanischen Regenwassermanagement ist eine Swale oder Bioswale eine bepflanzte Rinne mit leichtem Gefälle, die Abfluss ableitet. Die Swale der Permakultur, wie Bill Mollison sie beschrieben und Brad Lancaster sie für Trockengebiete dokumentiert hat, liegt waagerecht und hält das Wasser. Um diese geht es hier; das größere Feld beschreibt der Artikel Regenwassernutzung.

Auf der Höhenlinie abstecken

Alles hängt an der Linie. Liegt eine Swale ein paar Zentimeter schief, sammelt sich ihr Wasser am tiefsten Punkt und bricht dort oft durch den Wall, was mehr Schaden anrichten kann als gar keine Swale. Deshalb wird die Höhenlinie markiert, bevor jemand gräbt.

Zwei einfache Werkzeuge genügen. Der A-Rahmen besteht aus drei Latten in Form eines A, an der Spitze hängt ein Lot. Zum Eichen stellt man ihn auf zwei Punkte, markiert die Lage der Schnur auf der Querlatte, dreht den Rahmen auf denselben Punkten um und markiert erneut: die Mitte zwischen beiden Marken zeigt waagerecht an. Dann wandert er über den Hang, ein Fuß fest, der andere schwenkt, bis die Schnur auf der Marke hängt, und an jeder Station kommt ein Pflock in den Boden. Die Schlauchwaage, ein langer durchsichtiger Schlauch voll Wasser zwischen zwei markierten Latten, ist genauer und reicht weiter, auch um Hindernisse herum. Das Wasser steht an beiden Enden gleich hoch, also rückt die zweite Latte am Hang entlang, bis der Spiegel dieselbe Marke erreicht. Luftblasen im Schlauch verfälschen das Ergebnis.

Die Pflockreihe wird geglättet, damit die Swale keine scharfen Knicke hat, dann wird gegraben, und der Aushub kommt talseitig auf den Wall, lagenweise festgetreten, damit er bei Nässe nicht absackt.

Überlauf und Bepflanzung

Jede Swale bekommt eines Tages mehr Wasser, als sie fassen kann, deshalb braucht sie einen geplanten Überlauf: an einem Ende, etwas tiefer als die Wallkrone, auf gewachsenem Boden und mit Steinen oder dichter Grasnarbe gesichert, damit der Überschuss an einer gewählten Stelle abfließt. Von dort kann er zur nächsten Swale, in einen Teich oder auf eine stabile, bewachsene Fläche laufen. Ohne Überlauf sucht sich das Wasser seinen eigenen Weg, und der führt meist durch den Wall.

Der Wall ist das Pflanzbeet. Die Feuchte, die unter der Swale versickert, breitet sich hangabwärts unter dem Wall aus, in Reichweite von Bäumen und Sträuchern auf ihm oder knapp darunter. Nackte Erde auf einem frischen Wall spült der erste Starkregen weg, also wird er sofort eingesät oder abgedeckt; stickstoffbindende Pflanzen und eine Schicht Mulch schützen ihn und versorgen die jungen Bäume. Mit der Zeit halten die Wurzeln den Wall, und ihr Schatten kühlt den Boden.

Feldversuche zeigen eine echte, aber begrenzte Wirkung. Auf verarmten Hängen im mediterranen Klima Zentralchiles hielten Höhenlinienwälle und Versickerungsgräben in 20 bis 60 Zentimetern Tiefe mehr Wasser als unbehandelter Boden, vor allem in feuchteren Jahren, und junge Bäume, darunter Korkeichen, wuchsen besser. Ob sie überlebten, hing mehr von der Art ab als von der Maßnahme. Eine Swale hilft jungen Pflanzungen beim Anwachsen, eine Garantie ist sie nicht.

Wann eine Swale mehr schadet als nützt

Eine Swale bringt mit Absicht Wasser in den Hang, und genau das macht sie riskant, wo der Hang es nicht tragen kann. Auf steilem Gelände wird der durchnässte Boden schwerer, und wo eine dünne Bodenschicht auf Fels oder dichtem Ton liegt, kann sich Wasser an dieser Grenze sammeln und die ganze Schicht ins Rutschen bringen. Die Grenzwerte, die Praktiker für die Steilheit nennen, gehen weit auseinander, eine anerkannte technische Schwelle gibt es nicht. An steilen oder unsicheren Hängen sind andere Mittel sicherer: dichte Hecken auf der Höhenlinie wie Vetivergras, kleine Fangflächen um einzelne Bäume wie der Halbmond, Mulch und Pflanzendecke.

Auch auf Böden, die kaum Wasser durchlassen, versagt die Swale. Auf schwerem, staunassem Ton steht das Wasser tagelang im Graben, Wurzeln ersticken, Mücken brüten. Eine mit Wasser gefüllte Probegrube zeigt es: steht das Wasser am nächsten Tag noch, braucht der Boden zuerst organische Substanz und Wurzeln, nicht mehr Wasser. Und oberhalb von Häusern, Wegen oder Kellern hat eine Swale nichts zu suchen, weil oben versickertes Wasser weiter unten wieder austreten kann.

Swale, Graben, Terrasse und Keyline

Ein Entwässerungsgraben hat Gefälle und führt Wasser fort, eine Swale liegt waagerecht und behält es. Die Terrassierung verwandelt den Hang selbst in ebene Stufen, gehalten von Mauern oder Böschungen; die Swale ist nur eine Linie im Hang, und das Gelände zwischen zwei Swales behält seine Neigung. Das Keyline-Design, von P. A. Yeomans in Australien entwickelt, legt Linien bewusst leicht neben die Höhenlinie, um Wasser aus den feuchten Tälern zu den trockeneren Rücken zu lenken. Keyline bewegt das Wasser über den Hang, die Swale hält es fest, und auf größeren Flächen werden beide oft verbunden.

Das Tal von Sa Medada bei Jerzu, Sardinien, mit Olivenhain und Macchie

Sa Medada

So sieht das bei uns aus

Auf Sa Medada sind Swales geplant, gebaut ist noch keine. Die Feuchtekarte aus LiDAR-Daten zeigt eine vergleichsweise trockene Hauptfläche und feuchtere Rinnen an den Rändern. Projekt Eden beginnt mit Pionierpflanzen, Bodenbedeckung und Wasserrückhalt, und Swales gehören zu den Mitteln, mit denen der Winterregen im Hang gehalten werden soll.

Mehr über Projekt Eden

Häufige Fragen

Was ist eine Swale?

Eine Swale ist ein Graben, der quer zum Hang genau auf der Höhenlinie verläuft, sodass seine Sohle von einem Ende bis zum anderen waagerecht liegt. Der Aushub bildet talseitig einen niedrigen Wall. Wasser, das den Hang herabläuft, kann im Graben nicht weiterfließen, weil kein Gefälle da ist. Es verteilt sich über die ganze Länge und versickert, und der Boden unter dem Wall und weiter hangabwärts wird durchfeuchtet. Auf dem Wall stehen Bäume und Sträucher, die diese Feuchte nutzen. Im nordamerikanischen Regenwassermanagement heißt auch ein bepflanzter Ableitungsgraben mit Gefälle Swale; die Swale der Permakultur ist waagerecht und hält das Wasser, statt es abzuleiten.

Wie findet man die Höhenlinie für eine Swale?

Mit einem A-Rahmen oder einer Schlauchwaage. Der A-Rahmen ist ein Holzgestell in Form eines A mit einem Lot; einmal geeicht, zeigt er an, wann beide Füße auf gleicher Höhe stehen, und wird Schritt für Schritt über den Hang gesetzt, mit einem Pflock an jeder Station. Die Schlauchwaage ist ein langer durchsichtiger, mit Wasser gefüllter Schlauch zwischen zwei markierten Latten: Weil das Wasser an beiden Enden gleich hoch steht, rückt man die zweite Latte so lange am Hang entlang, bis der Wasserspiegel dieselbe Marke erreicht. Sie ist genauer und reicht weiter. Eine Swale, die nicht waagerecht liegt, sammelt ihr Wasser am tiefsten Punkt und kann dort durchbrechen.

Wie steil darf ein Hang für eine Swale sein?

Eine anerkannte technische Grenze gibt es nicht, und die Faustregeln aus der Praxis gehen weit auseinander, auch weil die einen in Prozent und die anderen in Grad rechnen. Die Richtung ist trotzdem klar: je steiler, desto größer das Risiko. Eine Swale bringt mit Absicht Wasser in den Hang. Auf steilem Gelände wird der durchnässte Boden schwerer, und wo eine dünne Bodenschicht auf Fels oder dichtem Ton liegt, kann sich Wasser an dieser Grenze sammeln und die Schicht ins Rutschen bringen. An steilen oder unsicheren Hängen sind Hecken auf der Höhenlinie, kleine Fangflächen um einzelne Bäume, Mulch und Pflanzendecke die sicherere Wahl, und wo unterhalb Häuser oder Wege liegen, lohnt eine fachkundige Einschätzung.

Braucht eine Swale einen Überlauf?

Ja, immer. Früher oder später bringt ein Unwetter mehr Wasser, als die Swale fassen kann. Ist kein Ausgang geplant, sucht sich das Wasser selbst einen, meist mitten durch den Wall, und der Durchbruch kann weiter unten eine Erosionsrinne aufreißen. Deshalb liegt an einem Ende ein Überlauf, etwas tiefer als die Wallkrone, auf gewachsenem Boden und mit Steinen oder dichter Grasnarbe gesichert. Von dort wird das überschüssige Wasser zur nächsten Swale, in einen Teich oder auf eine stabile, bewachsene Fläche geführt. Der Überlauf gehört vom ersten Pflock an zur Planung, nicht erst als Reparatur nach dem ersten Schaden.

Was unterscheidet eine Swale vom Keyline-Design?

Die Swale liegt exakt waagerecht und hält das Wasser dort, wo es ankommt. Das Keyline-Design, entwickelt von P. A. Yeomans in Australien, arbeitet mit Linien, die bewusst leicht von der Höhenlinie abweichen, sodass Wasser, das über den Hang zieht, aus den feuchten Tälern hinaus zu den trockeneren Rücken gelenkt wird, bevor es versickert. Keyline bewegt Wasser über den Hang, die Swale hält es an. Beide lesen zuerst die Form des Geländes, und auf größeren Flächen werden sie oft kombiniert: Keyline-Bearbeitung oder Kanäle verteilen das Wasser, Swales und Teiche halten es an den Stellen, wo es bleiben soll.

Terrassierter Hang mit Olivenbäumen auf jeder StufeNächster in dieser ThemenweltTerrassierungEinen Hang in waagerechte Stufen gliedern, damit Wasser einsickert statt abzulaufen und Boden am Hang bleibt statt ihn zu verlassen.

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Diese Prinzipien wirken hier

Die Gestaltungsprinzipien nach David Holmgren, die diese Seite in die Praxis bringt.

Quellen

  • Bill Mollison, Permaculture: A Designers' Manual (1988)
  • Brad Lancaster, Rainwater Harvesting for Drylands and Beyond, Bd. 2: Water-Harvesting Earthworks, 2. Aufl. (2019)
  • P. A. Yeomans, Water for Every Farm (1965)
  • Ovalle C. u. a., Effects of soil and water conservation technologies on the establishment, growth and survival of three tree species, Chilean Journal of Agricultural Research 80(4) (2020)
  • U.S. EPA, Storm Water Technology Fact Sheet: Vegetated Swales, EPA 832-F-99-006 (1999)

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-15