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Herdade do Freixo do Meio

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-146 Min. Lesezeit

Montado mit Korkeichen über Weideland und jungen Bäumen entlang einer Keyline-Linie

Kurz gesagt

Ökologisches Gut von 584 Hektar im portugiesischen Alentejo, das den Eichenhain Montado mit Keyline-Linien, Rückhaltebecken und Agroforst erneuert.

Ort
bei Montemor-o-Novo, Alentejo, Portugal
Fläche
584 Hektar, fast die Hälfte davon Montado
Seit
etwa 1990, als ökologischer Betrieb unter Alfredo Cunhal Sendim
Klima
halbtrocken-mediterran, trockene Sommer, Winterregen
Bekannt für
Erneuerung des Montado, Keyline-Linien, Rückhaltebecken, Eichelprodukte
Träger
Familienbetrieb, dazu die Cooperativa de Usuários do Freixo do Meio

Was ist die Herdade do Freixo do Meio?

Die Herdade do Freixo do Meio ist ein Landgut bei Montemor-o-Novo im Alentejo, dem trockenen Kernland Südportugals. Auf 584 Hektar zeigen die Menschen dort, wie sich eine alte Mittelmeerlandschaft erneuern lässt, statt sie aufzugeben: der Montado, ein lichter Wald aus Kork- und Steineichen, unter dem Tiere weiden. Das Gut verbindet ihn mit Mischwald, Obst- und Gemüsebau, Agroforstversuchen und der Verarbeitung eigener Erzeugnisse, alles ökologisch zertifiziert.

Für einen Ort wie Sa Medada ist Freixo do Meio ein besonders naher Verwandter. Das Klima ist halbtrocken-mediterran, mit trockenen, heißen Sommern und Regen im Winter, und nach der europäischen Climate-ADAPT-Fallstudie können Hitzewellen in der Region bis zu 50 Grad erreichen. Was im Alentejo funktioniert, musste sich unter Bedingungen bewähren, die denen Sardiniens ähneln.

Geschichte

Das Gut ist in den Händen der Familie von Alfredo Cunhal Sendim. In einem Bericht von 2020 datiert er den eigentlichen Beginn des Vorhabens auf etwa 1990, nachdem das Gut an seine Familie gekommen war. Seither wird ökologisch gewirtschaftet, und über die Jahre ist daneben eine Genossenschaft entstanden: Die Cooperativa de Usuários do Freixo do Meio trägt die gemeinschaftliche und sozialwirtschaftliche Seite des Guts.

Im Mittelpunkt steht der Montado. Sendim will ihn erhalten und zugleich reicher machen: mit neuen Techniken, mehr Stockwerken und mehr Früchten. Er versteht das Gut als einen Ort für ökologische, technische und soziale Versuche.

Die Idee

Der Montado gehört zu den ältesten silvopastoralen Systemen Europas. Weit auseinanderstehende Korkeichen und Steineichen beschatten den Boden, darunter weiden Tiere, geerntet werden Kork, Eicheln, Holz und Fleisch. An vielen Orten Portugals altert diese Landschaft: alte Bäume sterben, junge kommen nicht nach. Freixo do Meio versucht, das umzukehren.

Der Schlüssel ist das Wasser. Nach Climate-ADAPT hält das Gut den Winterregen mit kleinen, in die Landschaft eingefügten Rückhaltebecken, Swales und bumerangförmigen Erdbauwerken und plant Gelände, Bäume und Kulturen nach den Grundsätzen des Keyline-Designs. Der Boden wird mit Stroh, Laub, Holzhäcksel oder Kompost bedeckt, entlang der Höhenlinien bearbeitet und an steilen Hängen, abgesehen von Brandschneisen, nicht umgebrochen. Wo bewässert werden muss, führen Tropfleitungen selbst hergestellten flüssigen organischen Dünger, die Pumpen laufen mit erneuerbarer Energie.

Das Werk

Das Gut gliedert sich nach der Fallstudie in vier Teile: 275 Hektar überlieferter Montado, 139 Hektar Mischwald, 66 Hektar Kulturen und Agroforstversuche und ein nördlicher Bereich von 106 Hektar. Auf dem Gut wachsen Jujuben-Pflanzungen, veredelte Steineichen mit süßen Eicheln und viele andere Kulturen.

Seit 2008 investiert das Gut in die Verarbeitung süßer Eicheln zu Lebensmitteln. Die Eichel, jahrhundertelang vor allem Schweinefutter, soll wieder ein eigenes Erzeugnis des Montado werden. Über eine solidarische Landwirtschaft verpflichten sich Menschen für drei Monate im Voraus und erhalten jede Woche eine Kiste; so werden sie zu Mitproduzenten.

Von 2018 bis 2022 leitete das Gut gemeinsam mit der Universität Évora und weiteren Partnern das Projekt Ecomontado XXI. Mit einem Yeomans-Pflug wurden Wasserrückhaltelinien über das Land gezogen, und auf 51 Hektar wurden Korkeichen, Steineichen und Pinien gepflanzt, insgesamt rund 7.000 Bäume. Die Lehre aus dem Projekt ist wertvoll: Das jährliche Pflügen der Linien kann nach den ersten Jahren des Baumwachstums eingestellt werden, weil dann der Schaden an den Wurzeln den Nutzen übersteigt. Besuche vor Ort, so die Partner, überzeugten Landwirte mehr als jede Broschüre.

Was daraus wurde

Nach Climate-ADAPT beschäftigt das Gut rund 30 Vollzeitkräfte, 4 Saisonkräfte und etwa 2 Praktikanten im Jahr, etwa siebenmal so viele Menschen wie ein vergleichbarer, nicht bewässerter Montado-Betrieb von 400 Hektar. Jedes Jahr kommen über 8.000 Besucher. Ein Monitoring von Boden, Knöllchenbakterien, Baumbiomasse, Kohlenstoff und Artenvielfalt ergab eine hohe Biodiversität und einen sehr guten ökologischen Zustand. Diese Zahlen stammen vom Gut und aus Projektberichten. In einem Bericht von 2020 sprach Sendim von rund 35 fest Beschäftigten und etwa 10 Menschen in Praktika und Freiwilligenprogrammen.

Was wir von Freixo do Meio lernen

Terra Humana übernimmt von Freixo do Meio die Überzeugung, dass eine alte Landschaft kein Hindernis ist, sondern ein Fundament. Auf Sa Medada ist dieses Fundament der alte Olivenhain und die Macchie an den steileren Hängen. Das Vorhandene zu erneuern und um weitere Stockwerke zu bereichern, verspricht mehr, als bei null anzufangen. Welche Eiche bei uns wohin gehört, Kork- oder Steineiche, entscheidet die noch ausstehende Bodenanalyse.

Wir übernehmen auch die Reihenfolge der Arbeit: zuerst das Wasser, entlang der Höhenlinien, mit kleinen Becken und Linien im Hang, und erst dann die Bäume. Die Erkenntnis aus Ecomontado XXI, dass der Pflug nur gebraucht wird, bis die Bäume stehen, ist eine gute Regel für jede Arbeit mit Maschinen am Hang: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Und wir übernehmen die Offenheit. Ein Ort, der Besucher empfängt, seine Versuche teilt und seine Erzeugnisse selbst verarbeitet, zeigt, dass Wiederherstellung und Auskommen zusammengehören können.

Häufige Fragen

Was ist die Herdade do Freixo do Meio?

Die Herdade do Freixo do Meio ist ein ökologisch wirtschaftendes Landgut bei Montemor-o-Novo im Alentejo in Südportugal. Auf 584 Hektar verbindet es den überlieferten Montado, einen lichten, beweideten Wald aus Kork- und Steineichen, mit Mischwald, Agroforstversuchen, Gemüse- und Obstbau und der Verarbeitung eigener Erzeugnisse. Koordiniert wird es von Alfredo Cunhal Sendim, in dessen Familie das Gut liegt; die Cooperativa de Usuários do Freixo do Meio organisiert seine gemeinschaftliche und sozialwirtschaftliche Arbeit.

Was ist ein Montado?

Der Montado ist die portugiesische Form eines beweideten Eichenhains, in Spanien Dehesa genannt. Weit auseinanderstehende Kork- und Steineichen stehen über Weide- oder Ackerland; darunter weiden Tiere, geerntet werden Kork, Eicheln, Holz und Fleisch. Er gehört zu den ältesten silvopastoralen Systemen Europas. In Freixo do Meio sind nach der europäischen Climate-ADAPT-Fallstudie 275 Hektar, fast die Hälfte des Guts, überlieferter Montado.

Wie hält Freixo do Meio das Wasser?

Nach Climate-ADAPT nutzt das Gut kleine, in die Landschaft eingefügte Rückhaltebecken, Swales und bumerangförmige Erdbauwerke, eine Planung von Gelände, Bäumen und Kulturen nach dem Keyline-Prinzip, Bodenbearbeitung entlang der Höhenlinien und Mulch aus Stroh, Laub, Holzhäcksel oder Kompost. Die Tropfbewässerung führt selbst hergestellten flüssigen organischen Dünger, die Pumpen laufen mit erneuerbarer Energie. Im Projekt Ecomontado XXI wurden mit einem Yeomans-Pflug Wasserrückhaltelinien gezogen.

Was war das Projekt Ecomontado XXI?

Ecomontado XXI war ein Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft für die Landwirtschaft, geleitet vom Gut gemeinsam mit der Universität Évora und weiteren Partnern, im Zeitraum 2018 bis 2022. Auf 51 Hektar wurden entlang von Keyline-Linien Korkeichen, Steineichen und Pinien gepflanzt, insgesamt rund 7.000 Bäume. Eine Lehre: Das jährliche Pflügen der Linien kann nach den ersten Jahren des Baumwachstums enden, weil dann der Schaden an den Wurzeln den Nutzen übersteigt.

Was macht Freixo do Meio aus Eicheln?

Seit 2008 investiert das Gut nach Climate-ADAPT in die Verarbeitung süßer Eicheln von veredelten Steineichen zu Lebensmitteln. Für Alfredo Cunhal Sendim kann die Eichel neben Kork und extensiver Tierhaltung zu einem wirtschaftlichen Erzeugnis des Montado werden. Die Idee verbindet den Erhalt der alten Eichenlandschaft mit einer neuen Nutzung ihrer Früchte.

Samenkugeln aus Ton auf trockenem Boden, eine davon keimtNächster in dieser ThemenweltMasanobu FukuokaJapanischer Bauer und Denker (1913 bis 2008), der den Naturlandbau ohne Pflug, Dünger und Spritzmittel entwickelte und The One-Straw Revolution schrieb.

Verwandte Begriffe

Erwähnt auf

Quellen

  • Europäische Umweltagentur, Climate-ADAPT-Fallstudie: Autonomous adaptation to droughts in an agro-silvo-pastoral system in Alentejo (veröffentlicht 25. November 2016)
  • EU CAP Network, Good practice: ECOMONTADO XXI, Agroecology applied to the design of a new cork-oak forest (2018 bis 2022)
  • Rádio Campanário, Bericht über die Herdade do Freixo do Meio, übernommen von Agroportal (10. März 2020)
  • Rádio Renascença, A bolota não é um exclusivo do porco (20. März 2015)
  • RTP2, Faça Chuva Faça Sol, Bericht über die Herdade do Freixo do Meio (25. März 2023)

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14