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Wasser und Hang

Retentionsteich

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-125 Min. Lesezeit

Kleiner Teich in einer Hangmulde, gehalten von einem begrünten Erddamm, mit Schilf am Ufer

Kurz gesagt

Ein Teich, der Winterabfluss zurückhält und langsam in den Boden versickern lässt; zugleich Lebensraum und kühlende Fläche in der Landschaft.

Was ist ein Retentionsteich?

Ein Retentionsteich hält Wasser zurück, das sonst abfließen würde. In der regenerativen Landnutzung meint der Begriff einen Teich, der Oberflächenabfluss vor allem aus den Herbst- und Winterregen auffängt und langsam an den Untergrund abgibt. Das Wasser verschwindet nicht: Es sickert durch Grund und Ufer in den Boden und, je nach Gestein, bis ins Grundwasser. Quellen und Brunnen weiter unten können davon profitieren. Zugleich ist der Teich Lebensraum für Amphibien, Libellen und Vögel, Tränke für Wildtiere und eine kühlende Fläche in einer sonst trockenen Landschaft.

Der Begriff wird in zwei Bedeutungen gebraucht. In der Siedlungswasserwirtschaft sind Rückhaltebecken Anlagen, die die Abflussspitzen eines Starkregens von versiegelten Flächen auffangen und gedrosselt weitergeben. In der Permakultur und in den Wasserretentionslandschaften, die mit Sepp Holzer verbunden sind, liegt der Schwerpunkt anders: Der Teich ist Teil einer Landschaft, die den Regen im Gebiet halten soll, statt ihn abfließen zu lassen. Dieser Artikel meint die zweite Bedeutung.

Vom Speicherteich unterscheidet ihn der Grund. Ein Speicherteich soll Wasser für die Trockenzeit bewahren und wird so dicht wie möglich gemacht. Ein Retentionsteich darf undicht sein, denn darin liegt sein Zweck. Viele wirkliche Teiche erfüllen beide Aufgaben zum Teil.

Ein Teich, der undicht sein darfLehrtafel zum Retentionsteich: ein Teich, der undicht sein darf. Er hält Winterabfluss zurück und gibt ihn langsam an den Boden ab. Ein Speicherteich wird so dicht wie möglich gemacht, mit Ton oder Folie, und hält Wasser für die Trockenzeit. Ein Retentionsteich darf undicht sein: Sein Wasser sickert durch Grund und Ufer in Boden und Grundwasser, und eine Quelle weiter unten kann davon profitieren. Am Trockenhang kommt es auf drei Dinge an: die Lage dort, wo sich Abfluss von Natur aus sammelt, einen sicheren Überlauf, weil das Wasser sonst den Damm erodiert, und eine tiefe Form statt einer breiten, die weniger verdunstet, mit Bäumen an der Sonnen- und Windseite. Im mediterranen Sommer darf der Teich trockenfallen, denn Wasser im Boden verdunstet weit langsamer. Erst das Land, dann der Teich: Pflanzendecke, Humus, Swales und Höhenlinien kommen zuerst. Stößt der Boden am Hang jeden Regen ab, füllt sich ein Teich mit Schlamm und trocknet schnell aus. Nie im Teich verwendet werden Arten der EU-Unionsliste: Dickstielige Wasserhyazinthe, Wassersalat, Brasilianisches Tausendblatt und Großblütiges Heusenkraut. TERRAWIKI · LEHRTAFEL Ein Teich, der undicht sein darf Er hält Winterabfluss zurück und gibt ihn langsam an den Boden ab. 1SPEICHERN ODER ZURÜCKHALTEN Ton oder Folie Quelle weiter unten Speicherteich so dicht wie möglich:Wasser für dieTrockenzeit Retentionsteich darf undicht sein:Wasser für Bodenund Grundwasser 2WORAUF ES AM TROCKENHANG ANKOMMT Damm Überlauf 1231Lage: dort, wo sich Abfluss von Natur aus sammelt2Sicherer Überlauf: sonst erodiert das Wasser den Damm3Tief statt breit: verliert weniger; Bäume an Sonnen- und Windseite Im mediterranen Sommer darf der Teich trockenfallen:Wasser im Boden verdunstet weit langsamer. 3ERST DAS LAND, DANN DER TEICH Pflanzen-decke Humus Swales,Höhenlinien Teich Stößt der Boden am Hang jeden Regen ab, füllt sichein Teich mit Schlamm und trocknet schnell aus. NIE IM TEICH: ARTEN DER EU-UNIONSLISTE Dickstielige Wasserhyazinthe · Wassersalat · BrasilianischesTausendblatt · Großblütiges Heusenkraut Grundlage: B. Mollison (1988); S. Holzer (2004) · TerraWiki: Retentionsteich

Worauf es am Trockenhang ankommt

Zuerst kommt die Lage. Ein Teich gehört dorthin, wo sich Abfluss von Natur aus sammelt, in eine Senke oder unterhalb eines ausreichend großen Einzugsgebiets, und wo sein Überlauf sicher abfließen kann. Bill Mollison widmet in seinem Permaculture: A Designers' Manual der Lage von Dämmen und Teichen viel Raum, damit sich Wasser mit dem Gefälle verteilen lässt. Jeder Teich braucht einen sicheren Überlauf: Läuft ein voller Teich unkontrolliert über, erodiert das Wasser den Damm, und ein gebrochener Damm kann unterhalb Schaden anrichten.

Der Grund bestimmt, wie sich der Teich verhält. Tonböden dichten von selbst, sandiger oder felsiger Untergrund lässt Wasser durch. Sepp Holzer beschreibt, wie er Teichsohlen ohne Folie abdichtet, indem er feuchten Boden mit der Baggerschaufel verdichtet. Ob das gelingt, hängt vom Boden ab, und das lässt sich nicht aus der Ferne beantworten.

Die Verdunstung ist der große Einwand im Trockenklima. In einem heißen, windigen Sommer verliert eine offene Wasserfläche viel Wasser. Tiefe Teiche mit kleiner Oberfläche verlieren verhältnismäßig weniger als breite, flache, und Bäume und Windschutz an der Sonnen- und Windseite verringern den Verlust weiter. Ein Retentionsteich, dessen Wasser vor dem Sommer schon im Boden versickert ist, umgeht einen Teil des Problems, denn Wasser im Boden verdunstet weit langsamer als Wasser im Freien. Im mediterranen Sommer darf ein solcher Teich trockenfallen, ohne dass er versagt hätte.

Bei der Bepflanzung stehen heimische Sumpf- und Wasserpflanzen der Region an erster Stelle. Mehrere beliebte Teichpflanzen sind ausgeschlossen: Dickstielige Wasserhyazinthe, Wassersalat, Brasilianisches Tausendblatt und Großblütiges Heusenkraut stehen auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Für Terra Humana gilt: Eine Pflanze auf der Unionsliste wird nie verwendet.

So versteht Terra Humana den Retentionsteich

Für Terra Humana ist der Retentionsteich nicht der erste Schritt, sondern einer der letzten. Bevor Wasser in einem Teich gesammelt wird, soll das Land es selbst halten können: durch Pflanzendecke, durch Humus, durch Swales und Höhenlinienarbeit wie beim Keyline-Design. Ein Teich an einem Hang, dessen Boden jeden Regen abstößt, füllt sich mit Schlamm und trocknet schnell aus.

Wo ein Teich sinnvoll ist, bringt er echte Gaben: Feuchte im Boden darunter, einen Ort für Amphibien und Vögel, einen Vorrat im Brandfall. Diese Gaben werden ehrlich gegen die Verdunstung, die Sicherheit des Damms und den Aufwand des Baus abgewogen, ohne dass der Teich zum Selbstzweck wird.

Häufige Fragen

Was ist ein Retentionsteich?

In der regenerativen Landnutzung ist ein Retentionsteich ein Teich, der Oberflächenabfluss, meist aus den Winterregen, auffängt, zurückhält und über Wochen und Monate in den Boden versickern lässt. Anders als ein abgedichteter Speicherteich soll er nicht in erster Linie Wasser für die Bewässerung bereithalten, sondern Boden und Grundwasser auffüllen. Zugleich bietet er Lebensraum für Amphibien, Insekten und Vögel und kühlt seine Umgebung. In der Siedlungswasserwirtschaft bezeichnet ein ähnlicher Begriff Regenrückhaltebecken, die Abflussspitzen abfangen.

Was unterscheidet einen Retentionsteich von einem Speicherteich?

Der Unterschied liegt im Zweck und im Grund. Ein Speicherteich wird möglichst dicht gemacht, mit Ton, verdichtetem Boden oder Folie, damit das Wasser für die Trockenzeit verfügbar bleibt. Ein Retentionsteich darf nach unten Wasser verlieren, denn genau das ist seine Aufgabe: Das Wasser, das den Teich durch den Grund verlässt, speist den Boden und das Grundwasser darunter. Viele Teiche liegen dazwischen. Im mediterranen Sommer kann ein Retentionsteich trockenfallen, ohne dass er versagt hätte.

Wo gehört ein Retentionsteich hin?

Dorthin, wo sich Abfluss von Natur aus sammelt: in eine Senke oder unterhalb eines ausreichend großen Einzugsgebiets, und dorthin, wo sein Überlauf sicher abfließen kann. Jeder Teich braucht einen sicheren Überlauf, denn läuft ein voller Teich unkontrolliert über, erodiert das Wasser den eigenen Damm, und ein gebrochener Damm kann unterhalb Schaden anrichten. Auch der Grund zählt: Tonböden dichten von selbst, sandiger oder felsiger Untergrund lässt Wasser durch. Bill Mollison widmet der Lage von Dämmen und Teichen viel Raum, damit sich das Wasser später mit dem Gefälle verteilen lässt.

Verdunsten Teiche im Mittelmeerraum nicht zu viel Wasser?

Offenes Wasser verdunstet in einem heißen, trockenen, windigen Sommer stark, und das ist der ernsteste Einwand gegen Teiche in Trockengebieten. Wie viel verloren geht, hängt von Fläche, Tiefe, Schatten und Windlage ab. Tiefe Teiche mit kleiner Oberfläche verlieren verhältnismäßig weniger als breite, flache; Bäume an der Süd- und Westseite und Windschutz verringern den Verlust. Ein Retentionsteich, dessen Wasser vor dem Sommer bereits im Boden versickert ist, umgeht einen Teil des Problems, denn Wasser im Boden verdunstet weit langsamer als Wasser im Freien.

Welche Pflanzen gehören in einen Teich?

Heimische Sumpf- und Wasserpflanzen der Region, die zugleich heimischen Tieren Lebensraum bieten. Mehrere beliebte Teichpflanzen sind dagegen ausgeschlossen: Dickstielige Wasserhyazinthe, Wassersalat, Brasilianisches Tausendblatt und Großblütiges Heusenkraut stehen auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Für Terra Humana gilt eine einfache Regel: Eine Pflanze auf der Unionsliste wird nie verwendet. Auch beim Umsetzen von Pflanzen aus einem Gewässer ins andere ist Vorsicht angebracht.

Terrassierter Hang mit Olivenbäumen auf jeder StufeNächster in dieser ThemenweltTerrassierungEinen Hang in waagerechte Stufen gliedern, damit Wasser einsickert statt abzulaufen und Boden am Hang bleibt statt ihn zu verlassen.

Verwandte Begriffe

In der Praxis erleben

Quellen

  • Mollison, B., Permaculture: A Designers' Manual, Tagari Publications (1988)
  • Holzer, S., Sepp Holzers Permakultur, Leopold Stocker Verlag (2004)
  • Europäische Umweltagentur, Climate-ADAPT-Fallstudie: Tamera water retention landscape to restore the water cycle and reduce vulnerability to droughts
  • Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten und die danach erlassene Unionsliste

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-12