Kurz gesagt
Japanischer Bauer und Denker (1913 bis 2008), der den Naturlandbau ohne Pflug, Dünger und Spritzmittel entwickelte und The One-Straw Revolution schrieb.
- Lebensdaten
- 1913 bis 2008
- Herkunft
- Iyo, Präfektur Ehime, Shikoku, Japan
- Werdegang
- Pflanzenpathologe, dann Bauer
- Bekannt für
- Naturlandbau ohne Pflug, Samenkugeln
- Hauptwerk
- The One-Straw Revolution (1975, englisch 1978)
- Ehrungen
- Ramon Magsaysay Award 1988, Earth Council Award 1997
Wer war Masanobu Fukuoka?
Masanobu Fukuoka war ein Bauer, der durch das berühmt wurde, was er wegließ. Auf dem Land seiner Familie auf der japanischen Insel Shikoku baute er jahrzehntelang Reis, Gerste und Zitrusfrüchte an, ohne zu pflügen, ohne chemischen Dünger, ohne Jäten und ohne Pestizide, und erntete nach eigenen Angaben so viel wie seine Nachbarn, oft mehr. Er nannte seinen Weg Naturlandbau. Durch sein Buch The One-Straw Revolution, auf Deutsch 1983 als Der Große Weg hat kein Tor erschienen, erreichte er Leser in aller Welt und wurde zu einer der Wurzeln der Bio- und der Permakulturbewegung.
Landwirtschaft war für Fukuoka nie nur eine Technik. Sie war eine Art, in Demut gegenüber der Natur zu leben. Das eigentliche Ziel der Landwirtschaft sei, so schrieb er, „the cultivation and perfection of human beings“ (The One-Straw Revolution): die Bildung und Vervollkommnung des Menschen.
Lebensweg
Fukuoka wurde am 2. Februar 1913 in Iyo in der Präfektur Ehime auf Shikoku geboren. Er wurde als Mikrobiologe und Agrarwissenschaftler mit Schwerpunkt Pflanzenkrankheiten ausgebildet und arbeitete ab 1934 als Pflanzenkontrolleur beim Zollamt in Yokohama. 1937 hatte er nach einer schweren Lungenentzündung ein tiefes inneres Erlebnis, das seinen Blick auf die Natur und auf das menschliche Wissen veränderte. Er kündigte und kehrte zu den Zitrushainen seines Vaters auf Shikoku zurück.
Ab 1938 begann er dort zu experimentieren und versuchte herauszufinden, wie viel der üblichen Arbeit sich weglassen ließ. Nicht alles gelang auf Anhieb, und während des Krieges arbeitete er an einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in der Präfektur Kochi. Nach dem Krieg kehrte er auf den Hof zurück und entwickelte ab 1947 seinen Naturlandbau mit Reis und Gerste ohne Pflug. Rund ein halbes Jahrhundert bewirtschaftete er dieses Land, schrieb seine Bücher und reiste ab 1979 weit, um seine Gedanken zu teilen.
Die Idee
Fukuokas Naturlandbau ruht auf vier Grundsätzen: den Boden nicht pflügen oder wenden, keinen chemischen Dünger und keinen eigens bereiteten Kompost verwenden, nicht durch Bodenbearbeitung oder Herbizide jäten und keine chemischen Pflanzenschutzmittel einsetzen. Dahinter steht eine einfache Frage: Was geschieht, wenn wir aufhören, Dinge zu tun, die die Natur nicht braucht?
Seine Antwort war auf seinen Feldern zu sehen. Er säte breitwürfig statt in Reihen und bedeckte seine Reis- und Gerstenfelder mit Stroh als Mulch, sodass der Boden nie nackt lag. Seine Orangenbäume wuchsen ungeschnitten zwischen Gräsern, Kräutern und Gemüse, einer lebendigen Dauerbegrünung, die den Boden schützte und ernährte. Er nannte es Nichtstun-Landwirtschaft, doch es beruhte auf sehr genauer Beobachtung und dem richtigen Zeitpunkt.
Für Fukuoka war die Methode nicht von einer Philosophie zu trennen. Der Mensch, so glaubte er, kann die Natur nicht verbessern; er kann nur lernen, sie zu begleiten. Jeder unnötige Eingriff schaffe neue Probleme, die neue Eingriffe verlangen. Der Naturlandbau war sein Versuch, aus diesem Kreislauf herauszutreten.
Das Werk
Sein wichtigstes Werk ist The One-Straw Revolution, 1975 auf Japanisch und 1978 auf Englisch erschienen, übersetzt von Chris Pearce, Tsune Kurosawa und Larry Korn. Es wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und mehr als eine Million Mal verkauft. Weitere Bücher folgten, darunter The Natural Way of Farming (englisch 1985) und The Road Back to Nature (englisch 1987); Sowing Seeds in the Desert erschien nach seinem Tod, 2012.
Sein zweites großes Werk war die Wiederbegrünung geschädigten Landes. Fukuoka belebte und entwickelte die alte Technik der Samenkugeln: Samen vieler Arten, mit Ton vermischt und zu kleinen Kugeln gerollt, die sie schützen, bis Regen den Ton aufweicht. Ab 1979 reiste er weit: nach Europa, 1985 nach Somalia und Äthiopien, wo er auch ein Flüchtlingslager besuchte, in die USA, nach Indien, Thailand, Vietnam, Tansania, auf die Philippinen und 1998 nach Griechenland, und überall säte und lehrte er.
1988 erhielt er den Ramon Magsaysay Award für den Dienst an der Öffentlichkeit, dessen Begründung ihn dafür ehrt, Kleinbauern überall gezeigt zu haben, dass Naturlandbau eine praktische, umweltverträgliche und ertragreiche Alternative ist. Im selben Jahr ehrte ihn die Visva-Bharati-Universität in Indien, und 1997 erhielt er den Earth Council Award. Er starb am 16. August 2008 in Iyo, mit 95 Jahren.
Was daraus wurde
Viele von Fukuokas Gedanken sind Teil des heutigen ökologischen Landbaus geworden: Arbeiten ohne Pflug, den Boden bedeckt halten, in eine lebende Pflanzendecke säen. Die Permakultur nahm sein Denken auf, und Emilia Hazelip passte seine Methode als synergistischen Anbau an das Mittelmeerklima an. Samenkugeln werden heute in Wiederbegrünungsprojekten und Gemeinschaftsgärten auf der ganzen Welt verwendet. Vor allem aber hat sein Buch verändert, wie viele Menschen ein Feld ansehen: nicht als Fabrik, sondern als lebendige Gemeinschaft.
Was wir von Masanobu Fukuoka lernen
Von Fukuoka lernen wir, zu beobachten, bevor wir eingreifen, und wegzulassen, was der Boden nicht braucht. Auf Sa Medada wollen wir den Boden nicht nackt liegen lassen; Bodenbedeckung und Pionierpflanzen gehören für uns an den Anfang. Seine Samenkugeln sind eine Idee, die sich an schwer zugänglichen Stellen eines steilen Hangs wie unseres zu erproben lohnt, mit Pionieren und Stickstoffbindern, die den Boden für das Spätere vorbereiten.
Seine Methode entstand im feuchten Klima Japans, und ein sardischer Sommer ist ein anderer Lehrmeister. Was wir übernehmen, ist darum weniger ein Rezept als eine Haltung: Demut vor dem Land, Geduld und den Mut, weniger zu tun, wo weniger besser ist.
Pflanzen in diesem Beitrag
Häufige Fragen
Wer war Masanobu Fukuoka?
Masanobu Fukuoka (1913 bis 2008) war ein japanischer Bauer und Denker aus Iyo auf der Insel Shikoku. Als Pflanzenpathologe ausgebildet, gab er 1937 seine Stelle auf und widmete den Rest seines Lebens dem Naturlandbau auf dem Hof seiner Familie: Reis, Gerste und Zitrusfrüchte ohne Pflug, chemischen Dünger, Jäten und Pestizide. Sein Buch The One-Straw Revolution, auf Deutsch als Der Große Weg hat kein Tor erschienen, machte ihn weltweit bekannt.
Was sind die Grundsätze des Naturlandbaus?
Fukuoka beschrieb vier Grundsätze: den Boden nicht pflügen oder wenden, keinen chemischen Dünger und keinen eigens bereiteten Kompost, kein Jäten durch Bodenbearbeitung oder Herbizide und keine chemischen Pflanzenschutzmittel. Stattdessen bleibt der Boden bedeckt, das Stroh kehrt auf die Felder zurück, und die Pflanzen wachsen als Gemeinschaft. Er nannte das Nichtstun-Landwirtschaft, gemeint ist nicht Faulheit, sondern das Weglassen jedes Schritts, den die Natur nicht braucht.
Was ist The One-Straw Revolution?
Es ist Fukuokas bekanntestes Buch, 1975 auf Japanisch und 1978 auf Englisch als The One-Straw Revolution erschienen. Darin beschreibt er seine Art des Landbaus und die Philosophie dahinter, ausgehend von einem einzigen Reisstrohhalm. Das Buch wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und mehr als eine Million Mal verkauft. Es prägte die Bio- und die Permakulturbewegung und viele Gärtner, die nie in Japan waren.
Was sind Samenkugeln?
Samenkugeln sind Samen, die mit Ton, manchmal auch mit Kompost, vermischt und zu kleinen Kugeln gerollt werden. Der Ton schützt die Samen vor Vögeln, Mäusen und Austrocknung, bis Regen die Kugel aufweicht und die Samen keimen können. Die Technik ist alt; Fukuoka belebte und entwickelte sie weiter und säte damit Gräser, Gemüse und Bäume auf geschädigtem Land und in Trockengebieten, auf Reisen nach Afrika, Asien, Europa und Amerika.
Welche Ehrungen erhielt Masanobu Fukuoka?
1988 erhielt er den Ramon Magsaysay Award für den Dienst an der Öffentlichkeit, oft Nobelpreis Asiens genannt, weil er Kleinbauern überall gezeigt hatte, dass Naturlandbau eine praktische, umweltverträgliche und ertragreiche Alternative ist. Im selben Jahr ehrte ihn die Visva-Bharati-Universität in Indien, und 1997 erhielt er den Earth Council Award für seine Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung.

Verwandte Begriffe






Erwähnt auf
Quellen
- Fukuoka, M., The One-Straw Revolution, übersetzt von C. Pearce, T. Kurosawa und L. Korn, Rodale Press (1978)
- Fukuoka, M., Der Große Weg hat kein Tor, pala-verlag (1983)
- Fukuoka, M., The Natural Way of Farming (1985)
- Fukuoka, M., Sowing Seeds in the Desert, herausgegeben von L. Korn, Chelsea Green (2012)
- Ramon Magsaysay Award Foundation, Fukuoka, Masanobu, Begründung des Award for Public Service 1988, rmaward.asia (abgerufen Oktober 2026)
- Wikipedia, Masanobu Fukuoka (nur als Wegweiser zu Primärquellen genutzt, abgerufen Oktober 2026)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14
