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Permakultur gestalten

Zonen in der Permakultur

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-168 Min. Lesezeit

Blick aus einer offenen Steintür über einen Garten am Hang: nah Kräuterbeete, dahinter Obstbäume und Kompost, weiter Olivenhain, Wald und wilde Hügel

Kurz gesagt

Ein Planungswerkzeug der Permakultur: Jedes Element liegt danach, wie oft man es pflegt, vom Haus in Zone 0 bis zum wilden Land in Zone 5.

Wozu Zonen dienen

Jeder Garten hat eine Mitte: die Tür, durch die man morgens hinausgeht, den Weg, den man ohne nachzudenken nimmt. Von diesem Punkt gehen die Zonen aus. Sie ordnen ein Gelände danach, wie oft ein Mensch die einzelnen Teile aufsucht und wie viel Pflege jedes Element braucht. Was täglich Aufmerksamkeit will, kommt nah an die Mitte; was wochen- oder jahrelang für sich selbst sorgt, kommt weiter hinaus. Das Werkzeug geht mit einem knappen Gut um, das viele Pläne vergessen: der Aufmerksamkeit des Menschen und den Wegen, die sie kostet.

Bill Mollison beschrieb die Zonen in Permaculture: A Designers' Manual (1988), gemeinsam mit Sektoren und Hang; in Introduction to Permaculture (1991) fasste er die drei unter der energieeffizienten Planung zusammen. Der Gedanke ist schlicht. Ein Salatbeet fünfzig Schritte von der Küche entfernt wird seltener gegossen, später geerntet und zu spät gejätet, so gut sein Boden auch sein mag. Dasselbe Beet neben der Tür sieht man ein Dutzend Mal am Tag, fast im Vorbeigehen. Eine gute Lage macht die Pflege zur Gewohnheit statt zur Pflicht.

Zonen werden von innen nach außen geplant. Der Gestalter beginnt bei der Mitte und den Wegen, die es schon gibt, klärt, was nah sein muss, und füllt erst danach die äußeren Bereiche. In seinen zwölf Prinzipien von 2002 behandelt David Holmgren die Zonen als Beispiel dafür, vom Muster zum Detail zu gestalten: Zuerst kommt das große Muster, die Wahl der Pflanzen danach.

Die Zonen im Einzelnen

Gezählt wird von 0 bis 5. In Mollisons ursprünglichem Schema gehörte das Haus zu Zone 1; nach dem Permakultur-Autor Toby Hemenway begannen einige Permakultur-Praktiker in den USA und in Großbritannien Ende der 1980er Jahre, es als Zone 0 zu zählen.

  • Zone 0: das Haus. Die Mitte des täglichen Lebens, wo Wasser, Wärme und Abfall ihre Wege beginnen. Ist das Haus erst noch zu bauen, ist es die erste Gestaltungsfrage; sonst ist es der feste Punkt, auf den sich alles andere bezieht.
  • Zone 1: Kräuter und Küchengarten. Der Bereich direkt vor der Tür, den man mehrmals am Tag betritt. Kräuter, Salate, Jungpflanzen, eine Kräuterspirale, der Sammeleimer für Küchenabfälle, ein Regenwassertank und das meistgebrauchte Werkzeug. Alles hier wird im Vorbeigehen geerntet, gegossen oder angeschaut.
  • Zone 2: Obst, Kleintiere, Kompost. Täglich oder alle paar Tage besucht. Beerensträucher und Obstbäume, die Schnitt brauchen, Hühner, Bienen, die großen Komposthaufen, mehrjähriges Gemüse und der innere Teil eines Waldgartens.
  • Zone 3: Obstbau, Weide, Hauptkulturen. Sind die Pflanzungen eingewachsen, vielleicht einmal in der Woche besucht. Größere Obstwiesen, Grundnahrungsmittel, Weide und Futterbäume, Wasserspeicher für das Land.
  • Zone 4: halbwild. Leicht und selten bewirtschaftet: Bau- und Brennholz, Futter, Niederwald, Wildobst, Kräuter und Pilze, die man in ihrer Zeit sammelt, gelegentliche Beweidung.
  • Zone 5: wild. Land, das sich selbst überlassen bleibt. Hierher kommt man, um zu beobachten und zu lernen, nicht um zu bewirtschaften. Was hier ohne Hilfe wächst, zeigt, welche Pflanzengemeinschaften der Ort tragen kann, und so wird Zone 5 zur Lehrerin der übrigen Zonen.

Ein kleiner Stadtgarten hat vielleicht nur die Zonen 0 bis 2 und eine wilde Ecke. Ein Hof kann alle sechs haben, manche davon mehrfach.

Keine Ringe: Zonen im echten Gelände

Lehrbücher zeichnen die Zonen als ordentliche Ringe um das Haus. Im echten Gelände sehen sie fast nie so aus. Ihre Form folgt den Wegen, die man tatsächlich geht, der Gestalt des Bodens und dem Lauf des Wassers. Ein Beet am täglichen Weg zum Brunnen kann Zone 1 sein, obwohl es weit von der Tür entfernt liegt, weil man jeden Tag daran vorbeikommt. Eine steile, heiße Ecke gleich neben dem Haus bleibt vielleicht Zone 4, weil niemand dort hinaufsteigen mag. So werden aus Zonen Zungen, Keile und Inseln, und sie können sich überlagern. Eine Jahreszeit lang festzuhalten, wo man wirklich geht, sagt mehr als jedes Schaubild.

Zonen ordnen die Energie, die aus dem System selbst kommt, vor allem die der Menschen. Sektoren erfassen die Energien, die von außen kommen: den Lauf der Sonne im Sommer und im Winter, vorherrschende Winde und Sturmwinde, die Richtung, aus der ein Feuer am ehesten kommt, das abfließende Oberflächenwasser, Kaltluft, Lärm und Blicke, die man erhalten oder verdecken will. Beide Werkzeuge werden auf denselben Plan gezeichnet. Eine Windschutzhecke gehört dorthin, wo der Windsektor Zone 2 oder 3 kreuzt. Im Feuersektor wirken feuchte, grüne Pflanzungen und offene Flächen vor dem Haus als Puffer.

Der Hang ist die dritte Ebene. Wasser und Kaltluft fließen bergab, warme Luft steigt. Ein Tank oberhalb der Beete versorgt sie mit Schwerkraft, und kälteempfindliche Pflanzen bleiben aus den Senken heraus, in denen sich die Kaltluft sammelt.

Typische Fehler

  • Der Kompost liegt zu weit weg. Küchenabfälle fallen jeden Tag an. Ist der Weg zum Haufen lang und matschig, landen sie im Mülleimer. Ein kleiner Sammeleimer in Zone 1 und die großen Haufen am Rand von Zone 2 lösen das.
  • Gemüse in Zone 3. Einjähriges Gemüse braucht fast täglich Wasser, Ernte und einen Blick auf die Schnecken. Weit draußen gepflanzt, leidet es schnell. In Zone 3 gedeihen Bäume, mehrjährige Kulturen und Weide, die zwischen zwei Besuchen zurechtkommen.
  • Zone 5 wird vergessen. Wird jede Ecke genutzt, verliert der Ort sein Maß: den wilden Teil, der zeigt, was das Land von sich aus tut. Auch ein kleiner Garten kann eine Ecke in Ruhe lassen.

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Zonen auf Sa Medada

Sa Medada ist ein Hang in Jerzu, in der Ogliastra auf der Ostseite Sardiniens, mit milden Wintern und einer Trockenzeit, die etwa von Mai bis September dauert. Mit dem Blick des Zonenwerkzeugs lassen sich manche Umrisse schon am Land ablesen. Die Macchie an den steileren Hängen ist die natürliche Anwärterin für Zone 5, der Teil, der sich selbst überlassen bliebe und zeigt, wie das Buschland den Boden hält. Der alte Olivenhain würde zu den ruhigeren, äußeren Zonen passen. Die LiDAR-Feuchtekarte zeigt eine vergleichsweise trockene Hauptfläche und feuchtere Rinnen an den Rändern; die durstigsten Pflanzungen würden deshalb mit dieser Karte in der Hand platziert. In einer sommertrockenen Landschaft ist das Feuer ein Sektor, den jeder Plan ernst nehmen muss.

Projekt Eden beginnt mit Pionierpflanzen, Bodenbedeckung und Wasserrückhalt. Swales sind geplant, gebaut ist noch keine. Ein Zonenplan würde helfen zu entscheiden, wo jeder dieser Schritte zuerst ansetzt.

Häufige Fragen

Was sind Zonen in der Permakultur?

Zonen ordnen ein Gelände danach, wie oft man die einzelnen Teile aufsucht. Was täglich Pflege braucht, liegt nah am Haus, was wochen- oder jahrelang allein zurechtkommt, liegt weiter draußen. Üblich ist die Zählung von Zone 0, dem Haus, über den Küchengarten in Zone 1, Obst und Kleintiere in Zone 2, Obstbau und Weide in Zone 3 und halbwilden Wald in Zone 4 bis zum wilden Land in Zone 5. Ziel ist, Wege zu sparen und die Pflege zur Gewohnheit zu machen.

Was gehört in Zone 1 eines Permakulturgartens?

In Zone 1 liegt alles, was mehrmals am Tag gebraucht oder angeschaut wird: Küchenkräuter, Salate, Jungpflanzen, eine Kräuterspirale, der Sammeleimer für Küchenabfälle, ein Regenwassertank und das Werkzeug, das man am häufigsten braucht. Sie beginnt direkt vor der Tür oder entlang des Weges, den man jeden Tag geht. Die Faustregel ist einfach: Wofür man bei Regen nicht hinausginge, das gehört nicht in Zone 1, und was man für jede Mahlzeit braucht, gehört nirgendwo sonst hin.

Was ist Zone 0, und gibt es eine Zone 00?

Zone 0 ist das Haus, die Mitte, von der aus die übrigen Zonen geplant werden. In Bill Mollisons ursprünglichem Schema gehörte das Haus zu Zone 1. Nach dem Permakultur-Autor Toby Hemenway begannen einige Permakultur-Praktiker in den USA und in Großbritannien Ende der 1980er Jahre, das Haus als Zone 0 zu zählen, und diese Zählung ist heute üblich. Manche Kurse fügen eine Zone 00 für die innere Verfassung des Gestalters hinzu. Hemenway wandte ein, dass der Geist zwar auf eine Gestaltung wirkt, aber keinen Raum einnimmt, und deshalb eher ein Sektor als eine Zone sei.

Wie wirken Zonen und Sektoren zusammen?

Zonen ordnen die Energie, die aus dem System selbst kommt, vor allem die Aufmerksamkeit und die Wege der Menschen. Sektoren erfassen die Energien, die von außen kommen: Sonne, Wind, Feuer, fließendes Wasser, Kaltluft und Blickbeziehungen. Beides wird auf denselben Plan gezeichnet. Wo der Windsektor Zone 2 kreuzt, lohnt sich eine Windschutzhecke; wo der Feuersektor auf das Haus trifft, können feuchte, grüne Pflanzungen und offene Flächen einen Puffer bilden. Der Hang kommt als dritte Ebene hinzu, denn Wasser und Kaltluft fließen bergab, und ein höher stehender Tank versorgt die Beete mit Schwerkraft.

Wie könnten Zonen auf Sa Medada aussehen?

Mit dem Blick des Zonenwerkzeugs lässt sich manches schon am Land ablesen: Die Macchie an den steileren Hängen ist die natürliche Anwärterin für Zone 5, der Teil, der sich selbst überlassen bliebe und zeigt, wie das Buschland den Boden hält. Die LiDAR-Feuchtekarte zeigt eine vergleichsweise trockene Hauptfläche und feuchtere Rinnen an den Rändern, und das würde mitbestimmen, wohin die durstigsten Pflanzungen kommen. Projekt Eden beginnt mit Pionierpflanzen, Bodenbedeckung und Wasserrückhalt, und ein Zonenplan würde helfen zu entscheiden, wo jeder Schritt zuerst ansetzt.

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Verwandte Begriffe

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Frei zugängliche Quellen, die wir zum Vertiefen empfehlen.

Quellen

  • Bill Mollison, Permaculture: A Designers' Manual, Tagari Publications (1988)
  • Bill Mollison und Reny Mia Slay, Introduction to Permaculture, Tagari Publications (1991)
  • David Holmgren, Permaculture: Principles and Pathways Beyond Sustainability, Holmgren Design Services (2002, überarbeitete Ausgabe Melliodora Publishing 2017)
  • Andrew Millison, Introduction to Permaculture, Kapitel Zones, Oregon State University Open Educational Resources (2019, abgerufen im Oktober 2026)
  • Toby Hemenway, Zone 00: Right intentions, wrong term, tobyhemenway.com (2014, abgerufen im Oktober 2026)
  • Deep Green Permaculture, Permaculture design principle 4: zones and sectors, efficient energy planning, deepgreenpermaculture.com (abgerufen im Oktober 2026)

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16