Kurz gesagt
Kompost aus der Arbeit von Kompostwürmern: Sie fressen Küchenreste und feuchte Einstreu ohne heiße Phase und hinterlassen feinen, dunklen Wurmhumus.
Was Wurmkompost ist und wozu er dient
Wurmkompost ist Kompost, den Würmer machen. Kompostwürmer fressen Küchenreste, feuchte Einstreu und anderes weiches organisches Material, und was ihren Darm durchläuft, kommt als feiner, dunkler Wurmhumus heraus, vermischt mit halb verdautem Material. Der Artikel über Kompost stellt das Verfahren in wenigen Zeilen vor; diese Seite geht in die Praxis.
Anders als ein heißer Haufen hat eine Wurmkiste keine heiße Phase. Die Würmer und die Mikroben in ihrem Darm bauen das Material bei mäßigen Temperaturen ab, gleichmäßig und in kleinen Portionen. Das passt zu Orten, an denen täglich nur wenig anfällt: eine Küche, eine Schule, ein Balkon, ein kleiner Garten. In der Sprache der Permakultur ist die Wurmkiste ein Werkzeug für das Prinzip Keinen Abfall erzeugen. Was sonst als Müll das Haus verließe, bleibt im Nährstoffkreislauf, und die Kiste gehört nah an die Küche, in Zone 1 oder 2.
Die Würmer
Nicht jeder Regenwurm taugt dafür. Arten, die sich tief in den mineralischen Boden graben, etwa der Gemeine Regenwurm Lumbricus terrestris, gedeihen in einer Kiste nicht. Kompostwürmer leben von Natur aus in Laubstreu und Mist nahe der Oberfläche, wo Futter reichlich ist und schnell zerfällt. Am weitaus häufigsten wird der Rote Mistwurm verwendet, Eisenia fetida, oft zusammen mit seinem nahen Verwandten Eisenia andrei. Rhonda Sherman von der North Carolina State University nennt ihn die eine Art, die weltweit die meisten nutzen; Cornell führt außerdem Lumbricus rubellus an. In warmen Gegenden halten Züchter auch tropische Arten wie Perionyx excavatus oder Eudrilus eugeniae, die Wärme mögen, Kälte aber schlecht vertragen. Kompostwürmer kommen vom Wurmzüchter oder aus einer laufenden Kiste, nicht aus dem Beet.
Eine Wurmkiste anlegen und pflegen, Schritt für Schritt
- Behälter. Eine flache Kiste aus Holz oder Kunststoff, mit Löchern im Boden zum Ablaufen, einigen Luftlöchern oben und einem Deckel gegen Licht. Flach ist besser als tief, denn Kompostwürmer leben in der oberen Schicht. Gestapelte Etagen, in denen die Würmer zum frischen Futter nach oben wandern, erleichtern die Ernte.
- Einstreu. Die Kiste etwa zu einem Drittel mit feuchter Einstreu füllen: zerrissener Karton oder unbedrucktes Zeitungspapier, trockenes Laub, Kokosfaser, etwas altes Stroh. Die Einstreu hält Feuchte und Luft, und die Würmer fressen sie mit. Hochglanzpapier bleibt draußen.
- Feuchte. Die Einstreu soll sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm. Nach Shermans Anleitung kommen beim Zusammendrücken einer Handvoll nur zwei oder drei Tropfen heraus; sie nennt etwa 80 Prozent Feuchte als Optimum, in Grenzen von 60 bis 90 Prozent. Die Einstreu vorher anfeuchten, statt Wasser in eine laufende Kiste zu gießen.
- Würmer. Shermans Anleitung empfiehlt für den Anfang mindestens ein Pfund Würmer, rund 1.000 Tiere, je Quadratfuß Fläche, das sind ungefähr fünf Kilogramm je Quadratmeter. Mit weniger Würmern anfangs weniger füttern; die Population wächst in den Raum hinein.
- Füttern. Rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, zerdrückte Eierschalen, alles klein geschnitten. Jede Portion unter Einstreu vergraben, jedes Mal in einer anderen Ecke. Nach Sherman frisst ein Pfund Rote Mistwürmer bis zu zwei Pfund Reste in der Woche; klüger ist es, darunter zu beginnen und zu beobachten, wie schnell das Futter verschwindet. Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte, Fett und Salziges bleiben draußen, ebenso größere Mengen Zitrus, Zwiebel und Knoblauch.
- Temperatur. NC State nennt 15 bis 25 Grad als Bereich, den man in der Kiste halten sollte; nach Clive Edwards stoßen Kompostwürmer um 35 Grad an ihre Grenze. Direkte Sonne kann eine Kiste an einem Nachmittag töten.
- Ernte. Nach drei bis fünf Monaten, so Cornell, ist die Kiste voller Wurmhumus und von der Einstreu ist wenig übrig. Ein bis zwei Wochen nicht füttern, den Inhalt auf eine Seite schieben und frische Einstreu und Futter auf die andere geben. In zwei bis drei Wochen sind die meisten Würmer hinübergewandert. Oder man schüttet den Inhalt unter hellem Licht zu kleinen Kegeln und trägt alle paar Minuten die äußere Schicht ab, während sich die Würmer nach unten zurückziehen.
Die Ernte nutzen, und Vorsicht beim Wurmtee
Wurmkompost ist fein und gleichmäßig und reicht weit: untergemischt in Topf- und Anzuchterde, eingearbeitet in Pflanzlöcher oder dünn unter Mulch gestreut, damit er nicht austrocknet. Wie viel man beimischt, hängt von der Charge ab, denn Wurmkompost spiegelt das Futter der Würmer. In einem Versuch in Valencia prüften Rosa Belda und Kollegen zwei Wurmkomposte aus Resten des Tomatenanbaus: Sie waren nährstoffarm, bremsten pur das Wachstum der Pflanzen und schnitten mit Torf gemischt besser ab. Ein kleiner Probetopf zeigt besser als jedes feste Rezept, was eine Charge kann.
Wurmtee verlangt Sorgfalt, denn zwei verschiedene Flüssigkeiten tragen den Namen. Die dunkle Flüssigkeit, die unten aus einer Kiste läuft, ist Sickerwasser. Sie stammt zum Teil aus Futter, das ohne Luft gefault ist, und ist kein verlässlicher Dünger. Tee im eigentlichen Sinn entsteht, wenn fertiger Wurmkompost in sauberem Wasser zieht: NC State schlägt etwa zwei Esslöffel je Liter vor, einen Tag Ziehzeit und Verbrauch binnen 24 Stunden, und rät davon ab, ihn auf essbare Pflanzenteile zu geben, wenn man nicht sicher ist, dass er frei von Krankheitserregern ist. Forschung des US-Landwirtschaftsministeriums zeigt, warum: Wurden Zusätze wie löslicher Algenextrakt oder Fischhydrolysat in Komposttee gerührt, vermehrten sich wenige E. coli und Salmonellen stark (Ingram und Millner 2007). Reiner Tee ohne Zusätze, auf den Boden gegossen statt über den Salat, ist der vorsichtige Weg.
Typische Fehler
- Zu viel Futter. Die häufigste Ursache für Geruch, Fliegen und sterbende Würmer. Futter, das liegen bleibt, beginnt zu faulen.
- Zu nass. Unten sammelt sich Wasser, die Luft wird verdrängt, die Kiste riecht. Trockene Einstreu zugeben und weniger füttern.
- Zu heiß. Eine Kiste in der Sonne oder in einem geschlossenen Schuppen im Sommer. In heißem Klima helfen tiefer Schatten, ein feuchter Sack über dem Deckel und eine Kiste, die zum Teil in den Boden eingelassen ist.
- Frischer Mist. Frischer Mist kann sich erhitzen und Ammoniak abgeben. Mist, der einige Wochen gelagert hat, bekommt den Würmern besser.
- Hygiene erwarten. Ohne heiße Phase tötet eine Wurmkiste Unkrautsamen und Pflanzenkrankheiten nicht zuverlässig. Kranke Pflanzen gehören in einen heißen Haufen oder gar nicht in den Kompost.
Im TerraWiki weiter
- Kompost: der heiße Haufen für große Mengen, für versamte Beikräuter und kranke Pflanzen.
- Bodenleben und Humus: was Wurmkompost im Boden nährt.
- Nährstoffkreislauf und Biomasse und Material: wohin Küchenreste gehen, wenn sie auf dem Land bleiben.
- Keinen Abfall erzeugen und Zonen in der Permakultur: das Prinzip hinter der Kiste und der richtige Platz für sie.
Wurmkompost auf Sa Medada
Sa Medada liegt auf der Ostseite Sardiniens, mit milden Wintern und einer Trockenzeit etwa von Mai bis September. Für Kompostwürmer dreht das den Kalender des Nordens um. Die schwierige Jahreszeit ist nicht der Winter, sondern der Sommer, wenn Schatten und Feuchte darüber entscheiden, ob eine Kiste überlebt. Projekt Eden beginnt mit Pionierpflanzen, Bodenbedeckung und Wasserrückhalt. Eine Laboranalyse des Bodens gibt es noch nicht, deshalb sagt diese Seite nichts darüber, was Wurmkompost in ihm verändern würde.
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Häufige Fragen
Was ist Wurmkompost?
Wurmkompost ist Kompost, den Würmer machen. Besondere Kompostwürmer, vor allem der Rote Mistwurm Eisenia fetida, fressen Küchenreste und feuchte Einstreu wie zerrissenen Karton oder Laub. Was ihren Darm verlässt, ist ein feines, dunkles, krümeliges Material, das nach Erde riecht. Anders als ein heißer Komposthaufen erwärmt sich eine Wurmkiste nie: Die Würmer und die Mikroben in ihrem Darm bauen das Material bei mäßigen Temperaturen ab, jeden Tag ein wenig. Deshalb passt Wurmkompost gut zu Haushalten, Schulen und kleinen Gärten, in denen Reste in kleinen Mengen anfallen.
Welche Würmer eignen sich für Wurmkompost?
Kompostwürmer, die von Natur aus in Laubstreu und Mist nahe der Oberfläche leben. Am weitaus häufigsten ist der Rote Mistwurm, Eisenia fetida, oft zusammen mit seinem nahen Verwandten Eisenia andrei; NC State Extension nennt ihn die eine Art, die weltweit die meisten verwenden. Cornell führt außerdem Lumbricus rubellus an. In warmen Gegenden hält man auch tropische Arten wie Perionyx excavatus oder Eudrilus eugeniae. Regenwürmer aus dem Beet, die tiefer im mineralischen Boden leben, siedeln sich in einer Kiste nicht an. Kompostwürmer kauft man bei einem Wurmzüchter oder nimmt sie aus einer laufenden Kiste.
Warum riecht meine Wurmkiste?
Fast immer, weil zu viel Futter oder zu viel Wasser darin ist. Futter, das die Würmer nicht rechtzeitig fressen, beginnt ohne Luft zu faulen, und eine nasse Kiste drückt die Luft aus der Einstreu. Eine gesunde Kiste riecht nach Waldboden. Abhilfe: ein bis zwei Wochen nicht füttern, trockene Einstreu wie zerrissenen Karton untermischen und den Inhalt auflockern. Danach kleinere Portionen geben, jede unter Einstreu vergraben und erst nachlegen, wenn das meiste der letzten verschwunden ist. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Fettes gehören gar nicht hinein.
Ist Wurmtee unbedenklich?
Er verlangt Sorgfalt. Die dunkle Flüssigkeit, die unten aus einer Kiste läuft, ist Sickerwasser und kein Tee: Sie stammt zum Teil aus Futter, das ohne Luft gefault ist, und ist kein verlässlicher Dünger. Tee im eigentlichen Sinn entsteht, wenn man fertigen Wurmkompost in sauberem Wasser ziehen lässt. NC State Extension rät, ihn binnen eines Tages zu verwenden und nicht auf essbare Pflanzenteile zu geben, wenn man nicht sicher ist, dass er frei von Krankheitserregern ist. Eine Studie des US-Landwirtschaftsministeriums fand, dass Nährzusätze wie löslicher Algenextrakt oder Fischhydrolysat E. coli und Salmonellen in Komposttee wachsen lassen. Reiner Tee, auf den Boden gegossen, ist der vorsichtige Weg.
Gelingt eine Wurmkiste in heißem, trockenem Klima?
Ja, wenn man Hitze und Austrocknung ernst nimmt. NC State Extension nennt 15 bis 25 Grad als Bereich, den man in der Kiste halten sollte, und nach Clive Edwards stoßen Kompostwürmer um 35 Grad an ihre Grenze. Im Mittelmeersommer heißt das: tiefer Schatten, eine Kiste, die zum Teil in den Boden eingelassen ist, ein feuchter Sack über dem Deckel und alle paar Tage ein Griff in die Einstreu. Direkte Sonne kann eine Kiste an einem Nachmittag töten. In milden Wintern arbeiten die Würmer dagegen weiter, die schwierige Jahreszeit ist also der Sommer, nicht der Winter.

Verwandte Begriffe






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Frei zugängliche Quellen, die wir zum Vertiefen empfehlen.
Quellen
- Rhonda Sherman, Worms Can Recycle Your Garbage, NC State Extension, Veröffentlichung AG-473-18 (2017, abgerufen Oktober 2026)
- Jen Fong und Paula Hewitt, Worm Composting Basics, Cornell Waste Management Institute, Cornell University (1996, abgerufen Oktober 2026)
- Clive A. Edwards, The science of vermiculture: the use of earthworms in organic waste management (2006)
- David T. Ingram und Patricia D. Millner, Factors affecting compost tea as a potential source of Escherichia coli and Salmonella on fresh produce, Journal of Food Protection 70 (4), ab Seite 828 (2007)
- US-Landwirtschaftsministerium, Agricultural Research Service, Recommendations for a safer compost tea, Pressemitteilung (21. September 2006)
- Rosa M. Belda, Daicy Mendoza-Hernández und Fernando Fornes, Nutrient-rich compost versus nutrient-poor vermicompost as growth media for ornamental-plant production, Journal of Plant Nutrition and Soil Science 176, 827 bis 835 (2013)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16
