Kurz gesagt
Ein raschwüchsiger Hülsenfrüchtler-Strauch, der Stickstoff bindet und weiches, stickstoffreiches Schnittgut liefert; seine Blätter enthalten Fischgifte.
- Botanisch
- Tephrosia (T. vogelii, T. candida)
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Herkunft
- tropisches Afrika, Südasien
- Wuchs
- weichholziger Strauch, 0,5 bis 4 m
- Kälte
- frostempfindlich
- Wasser
- 850 bis 2650 mm im Herkunftsgebiet
- Schicht im Waldgarten
- Strauchschicht, kurzlebig
- Vorsicht
- Blätter giftig (Rotenoide)
- Auf Sa Medada
- in der Erde, etabliert
Was ist Tephrosia?
Tephrosia pflanzt man für das, was sie zurücklässt. Sie ist ein Hülsenfrüchtler, eine Verwandte der Erbse, ein schneller, weichholziger Strauch mit stickstoffreichen Blättern. Schneidet man sie zurück, treibt sie wieder aus; das Schnittgut bleibt liegen und nährt den Boden. In den Tropen nutzt man sie seit Generationen so: als Gründüngung, als vorübergehenden Schatten über jungem Kaffee und Kakao, als Hecke entlang der Höhenlinien am Hang.
Die Gattung ist groß. Zwei Arten tragen den größten Teil der praktischen Erfahrung: Tephrosia vogelii aus dem tropischen Afrika und Tephrosia candida aus Südasien. Beide bilden Wurzelknöllchen mit stickstoffbindenden Bakterien, beide vertragen harten Schnitt, und bei beiden sind die Blätter giftig. Unter den stickstoffbindenden Pflanzen gehört Tephrosia zu den schnellen, kurzlebigen Helfern, die eine Pflanzung in Gang bringen, nicht zu den Bäumen, die bleiben.
Herkunft und Wuchs
Tephrosia vogelii wächst im ganzen tropischen Afrika, in Savannen, an Waldrändern und auf Brachfeldern, und wurde in Asien und Lateinamerika angepflanzt. Sie ist ein verzweigter Strauch oder kleiner Baum von 0,5 bis 4 Metern, dicht belaubt, seidig behaart, mit weißen bis violetten Blüten. Tephrosia candida wird etwa 3,5 Meter hoch, hat silbrige Blätter und weiße Blüten. Beide wurzeln tief und treiben bereitwillig wieder aus, selbst nach Feuer.
Ansprüche
Tephrosia ist eine Tropenpflanze. Die Datenbank von World Agroforestry verortet T. vogelii in Gebieten mit 12 bis 27 °C Jahresmitteltemperatur und 850 bis 2650 mm Regen, T. candida bei 18 bis 28 °C und 700 bis 2500 mm. Frost vertragen beide nicht, T. candida auch keine Staunässe. Mit armen, sauren Böden kommen beide zurecht; T. vogelii bevorzugt gut durchlässige Lehme mit einem pH von 5 bis 6,5. Sie wollen volle Sonne. T. vogelii gilt als tolerant gegen Trockenheit, Wind und Verbiss, mit einer Einschränkung: Bei Dürre treibt sie nach einem Schnitt oft nicht mehr aus.
Rolle im Boden: Stickstoff, Biomasse und Mulch
Tephrosia bindet Stickstoff über Bakterien in ihren Wurzelknöllchen. Für T. candida nennt die Literatur Bradyrhizobium als Partner; T. vogelii soll auch auf sauren Böden Knöllchen bilden, auf denen Leucaena es nicht tut. Wie sich Knöllchenbakterien in einem Boden verhalten, der die Pflanze nie gesehen hat, ist eine eigene Frage, und vorab kann sie niemand beantworten.
Der Wert der Tephrosia liegt in ihrer Blattmasse. Junge Triebe sind am reichsten: T. vogelii enthält mit zwei bis drei Monaten 3,7 g Stickstoff je 100 g Trockenmasse, mit zehn Monaten 1,2 g. Das spricht für häufige, leichte Schnitte statt seltener, schwerer. Auf fruchtbarem Boden liefert T. candida 25 bis 30 Tonnen Grünmasse je Hektar und Jahr in drei Schnitten. In Brachversuchen in Msekera in Ostsambia brachten Herkünfte von T. candida aus Madagaskar nach anderthalb Jahren etwa doppelt so viel Biomasse wie T. vogelii, und der Mais danach trug mehr.
Die weichen Blätter zersetzen sich schnell. Als Mulch nähren sie den Boden rasch, bedecken ihn aber nur kurz; die holzigeren Stängel halten länger. Das macht Tephrosia zu einer typischen Biomassepflanze der ersten Jahre: eine Quelle stickstoffreichen Materials, weniger eine dauerhafte Bodendecke.
Im Waldgarten
Im Waldgarten gehört Tephrosia in die Strauchschicht, und an den Anfang. In der syntropischen Landwirtschaft übernimmt sie die Rolle einer kurzlebigen Stützpflanze: dicht zwischen junge Bäume gesetzt, mehrmals im Jahr zurückgeschnitten, das Schnittgut um die Bäume gelegt, die es nähren soll. Nach einigen Jahren, wenn sich die Kronen schließen, fehlt ihr das Licht, und sie tritt zurück. Das ist ihr vorgesehener Platz in der Sukzession: eine Pionierpflanze, die den Boden vorbereitet und dann geht.
Weil Rinder und Ziegen T. candida nicht fressen, dient sie in den Tropen als Hecke um Gärten. Aus demselben Grund taugt sie nicht als Futter.
Im Mittelmeerklima
Dokumentierte Erfahrungen aus dem europäischen Mittelmeerraum gibt es kaum. Die Klimadaten zeigen die Grenzen. Frost schadet ihr, ein geschützter, frostfreier Platz ist also wichtig. Eine Sommertrockenheit von fünf Monaten und mehr liegt außerhalb ihres natürlichen, von Regenzeiten geprägten Areals; tiefe Wurzeln helfen, aber der Neuaustrieb nach einem Sommerschnitt kann ausbleiben. Sinnvoll ist im Mittelmeergarten darum ein Schnitt in den Regenmonaten von Herbst bis Frühjahr, während die Pflanzen den Sommer über ungeschnitten bleiben und den Boden beschatten.
Tephrosia steht nicht auf der Unionsliste invasiver Arten der EU. T. candida ist auf Hawaii eingebürgert, und eine Risikobewertung nennt dort keimfähige Samen und eine dauerhafte Samenbank unter ihren Warnzeichen. Ein Schnitt, bevor die Hülsen reifen, begrenzt die Selbstaussaat.
Vermehrung und Pflege
Tephrosia wird direkt gesät oder im Topf vorgezogen. Samen von T. vogelii lagern gut; die Datenbank empfiehlt, frisches Saatgut etwa zwei Monate ruhen zu lassen. Für einen Gründüngungsbestand werden 40 mal 40 cm Abstand mit zwei bis drei Samen je Loch angegeben, für Hecken 1,5 m zwischen den Reihen. Schwach verzweigte Pflanzen werden entspitzt. Schnittgut muss von Teichen und Zisternen fernbleiben, weil die Blätter für Fische giftig sind.
So versteht Terra Humana sie
Auf Sa Medada steht Tephrosia für die ersten Jahre einer Pflanzung: eine Pflanze, die nicht bleibt, deren Arbeit aber im Boden bleibt. Sie soll stickstoffreiches Schnittgut liefern, solange die Bäume klein sind, und weichen, wenn sie es nicht mehr brauchen. Dass sie sich ohne Impfung etabliert hat, ist für sich schon eine bescheidene, aber lehrreiche Beobachtung.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht Tephrosia in der Erde und hat sich etabliert. Wie alle Stickstoffbinder dort wurde sie ohne Impfung mit Knöllchenbakterien gepflanzt, und sie hat in diesem Boden trotzdem Fuß gefasst.
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Häufige Fragen
Was ist Tephrosia?
Tephrosia ist eine große Gattung der Hülsenfrüchtler, verwandt mit Erbse und Bohne. Im Agroforst zählen vor allem zwei Arten: Tephrosia vogelii aus dem tropischen Afrika und Tephrosia candida aus Südasien. Beide sind weichholzige Sträucher, wachsen schnell, bilden Wurzelknöllchen mit stickstoffbindenden Bakterien und vertragen wiederholten Rückschnitt. Man pflanzt sie als Gründüngung, als vorübergehenden Schatten für junge Pflanzungen und als Hecke entlang der Höhenlinien. Ihre Blätter sind giftig: Sie enthalten Rotenoide und dienen seit langem als Fischgift und Insektizid.
Wie viel Stickstoff liefert Tephrosia?
Das hängt von Alter und Standort ab. Für Tephrosia vogelii nennt die Datenbank von World Agroforestry 3,7 Gramm Stickstoff je 100 Gramm Trockenmasse bei zwei bis drei Monate alten Pflanzen, bei zehn Monate altem Material nur noch 1,2 Gramm. Junge, weiche Triebe sind also am reichsten. Tephrosia candida bringt auf fruchtbaren Böden 25 bis 30 Tonnen Grünmasse je Hektar und Jahr in drei Schnitten. In Brachversuchen in Malawi brachte Mais nach einer Brache mit Tephrosia candida ein Mehrfaches des Ertrags von Mais ohne jede Zufuhr.
Ist Tephrosia giftig?
Ja, sie ist als Giftpflanze zu behandeln. Blätter und in höherem Maß die Samen von Tephrosia vogelii enthalten Rotenoide wie Tephrosin, Deguelin und Rotenon. In Afrika und Asien wurden die zerriebenen Blätter genutzt, um Fische zu betäuben, und als Mittel gegen Läuse, Flöhe und Zecken. Für die Praxis heißt das: Die Blätter sind kein Futter, und Schnittgut gehört nicht in Teiche, Zisternen oder Bäche, weil es Fische tötet.
Braucht Tephrosia eine Impfung mit Knöllchenbakterien?
Sie bildet Wurzelknöllchen und bindet Stickstoff; für Tephrosia candida nennt die Agroforst-Literatur Bradyrhizobium als Partner. Von Tephrosia vogelii heißt es, sie bilde Knöllchen selbst auf sauren Böden, auf denen Leucaena versagt. Ob in einem Mittelmeerboden, der nie Tephrosia getragen hat, passende Bakterien leben, lässt sich vorab nicht sagen. Auf Sa Medada wurde sie ohne Impfung gepflanzt und hat sich etabliert.
Ist Tephrosia invasiv?
Sie steht nicht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der EU. Tephrosia candida ist auf Hawaii eingebürgert, und eine dortige Risikobewertung nennt Merkmale, die Vorsicht nahelegen: keimfähige Samen, eine dauerhafte Samenbank aus hartschaligen Samen und eine weite Klimatoleranz. Wo Frost oder Sommertrockenheit ihr Wachstum bremsen, ist die Ausbreitungsgefahr geringer; ein Rückschnitt vor der Samenreife hält sie ohnehin in Grenzen.

Verwandte Begriffe






Erwähnt auf
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Quellen
- Orwa et al., Agroforestree Database 4.0 (World Agroforestry, 2009): Tephrosia vogelii
- Orwa et al., Agroforestree Database 4.0 (World Agroforestry, 2009): Tephrosia candida
- Mafongoya, Chintu, Chirwa, Matibini & Chikale, Tephrosia species and provenances for improved fallows in southern Africa, Agroforestry Systems 59 (2003)
- Munthali, Gachene, Sileshi & Karanja, Amendment of Tephrosia improved fallows with inorganic fertilizers improves soil chemical properties, N uptake, and maize yield in Malawi, International Journal of Agronomy (2014)
- Plant Pono / Hawaii-Pacific Weed Risk Assessment: Tephrosia candida
- Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, Stand 2025
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13


