Kurz gesagt
Raschwüchsiger Hülsenfrüchtler-Baum aus Mexiko, einer der stärksten Stickstoffbinder und Futterbäume der Tropen und vielerorts eine berüchtigte invasive Art.
- Botanisch
- Leucaena leucocephala
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Herkunft
- Mexiko und Mittelamerika
- Wuchs
- Strauch oder Baum, 3 bis 15 m
- Kälte
- Laubfall schon bei leichtem Frost
- Wasser
- erträgt 6 bis 7 trockene Monate
- Schicht im Waldgarten
- Strauch- und Baumschicht, geschnitten
- Vorsicht
- Mimosin; anderswo invasiv
- Auf Sa Medada
- Stickstoffbinder, in der Erde
Was ist Leucaena?
Leucaena ist ein Baum der Gegensätze. Wenige Pflanzen binden so viel Stickstoff, wenige treiben nach dem Schnitt so bereitwillig aus, wenige liefern so viel Futter. Und wenige haben sich so weit über die Orte hinaus verbreitet, an denen man sie gepflanzt hat. Beide Seiten gehören zu ihrem Porträt, und wer mit ihr arbeitet, sollte beide kennen.
Leucaena leucocephala ist ein Hülsenfrüchtler aus Mexiko und Mittelamerika. Im 20. Jahrhundert wurde sie in den ganzen Tropen gepflanzt, als Futterbaum, für Brennholz, als Schatten über Kaffee und Kakao und in Hecken für den Gassenanbau. Ihre feinen, gefiederten Blätter nähren Rinder und Boden gleichermaßen. Unter den stickstoffbindenden Pflanzen ist sie eine der ertragreichsten, unter den Biomassepflanzen eine der wüchsigsten.
Herkunft und Wuchs
Die Art umfasst drei Unterarten, vom stark verzweigten Strauch bis zum Baum mit klarem Stamm. Sie wird 3 bis 15 Meter hoch, selten 20, und wurzelt tief. Die Blätter sind doppelt gefiedert mit vielen kleinen Fiederblättchen, die sich bei Hitze, Kälte oder Trockenheit zusammenfalten. Die weißen Blüten stehen in runden Köpfen, die flachen braunen Hülsen sind etwa 10 bis 20 Zentimeter lang und enthalten viele harte Samen. Leucaena ist selbstfruchtbar und blüht und fruchtet, wo die Feuchtigkeit reicht, das ganze Jahr.
Ansprüche
Leucaena ist ein Tropenbaum. Am besten wächst sie bei 25 bis 30 °C Jahresmitteltemperatur und kommt mit 650 bis 3000 mm Regen und Trockenzeiten von sechs bis sieben Monaten zurecht. Kälte verträgt sie schlecht: Leichter Frost lässt sie das Laub abwerfen, starker Frost tötet alles Oberirdische, doch oft treiben die Bäume im folgenden Sommer wieder aus. Am wohlsten ist ihr auf kalkhaltigen, durchlässigen Böden bis pH 8; auf sauren, staunassen oder an Phosphor und Kalzium armen Böden versagt sie. Sie will volle Sonne.
Rolle im Boden: Stickstoff, Biomasse und Mulch
Unter passenden Bedingungen binden ihre zahlreichen Knöllchen viel Stickstoff; Übersichtsarbeiten nennen bis zu einige hundert Kilogramm je Hektar und Jahr, Feldmessungen liegen oft darunter. Voraussetzung ist der richtige Partner. Bei ihren Knöllchenbakterien ist Leucaena wählerisch: In Australien, wo sie verbreitet als Futter wächst, gelten heimische Bodenbakterien als wenig wirksam mit ihr, und die Impfung mit einem bestimmten Stamm ist Standard. Ein Gewächshausversuch fand keinen Stamm, der mit allen Leucaena-Linien gleich gut arbeitete.
Als Biomassepflanze ist sie herausragend. Ein geschnittener Stock treibt viele neue Triebe, und wo Wasser nicht knapp ist, liefert sie große Mengen Laubfutter. Ihre Blätter haben eine besondere Eigenschaft: Sie zersetzen sich sehr schnell. Sie geben ihren Stickstoff in einem raschen, kurzen Schub frei, weshalb Leucaena eine der ersten Arten für Gründüngung im Gassenanbau war. Als Mulch, der den Boden bedeckt und Beikraut unterdrückt, taugen sie dagegen wenig; dafür braucht es gröberes Material oder ein langsameres Laub, etwa das der Inga.
Im Waldgarten
Im Waldgarten besetzt Leucaena die Strauch- und Baumschicht, gehalten auf der Höhe, die die Pflanzung braucht. In der syntropischen Landwirtschaft ist sie ein klassischer Stützbaum: dicht gepflanzt, mehrmals im Jahr zurückgeschnitten, das Schnittgut um die Obstbäume gelegt. Als Ammenbaum gibt sie jungen, sonnenempfindlichen Bäumen lichten Schatten, als Pionierpflanze wurzelt sie in verdichteten Unterboden und öffnet ihn für Wasser. Ihr Platz in der Sukzession liegt in den frühen und mittleren Jahren: Sie bereitet den Boden vor und wird ausgelichtet, wenn die langlebigen Bäume übernehmen.
Im Mittelmeerklima
Leucaena ist in Südeuropa angekommen. Auf Sizilien wachsen zwei Sorten, die Forscher aus Palermo als Futterquelle für den mediterranen Agroforst untersucht haben, mit nährstoffreichem, mimosinarmem Laub. Eine Übersichtsarbeit in Animals empfiehlt sie für die kargen Binnenlagen der Mittelmeerländer. Auf den Kanaren dagegen ist sie auf mehreren Inseln verwildert; Spanien führt sie dort im nationalen Katalog invasiver Arten, auf Teneriffa wurde sie 2017 und wird sie seit 2019 fortlaufend bekämpft.
Das zeigt, worauf es in der Praxis ankommt. Invasiv ist Leucaena dort, wo es das ganze Jahr warm, frostfrei und offen ist. In Regionen mit Frost und langer Sommertrockenheit gilt ihr Potenzial als geringer, aber nicht als null. Auf der EU-Liste steht sie nicht. Wer sie pflanzt, sollte sie schneiden, bevor die Hülsen reifen, Sämlinge entfernen und sie von naturnahen Lebensräumen fernhalten.
Ein Hinweis zum Futter: Die Blätter enthalten Mimosin, das Pferden, Schweinen und Kaninchen schadet. Wiederkäuer vertragen es, wenn ihre Pansenbakterien es abbauen können; die Datenbank empfiehlt höchstens ein Fünftel der Ration.
Vermehrung und Pflege
Leucaena lässt sich leicht aus Samen ziehen; die harte Samenschale wird vor der Saat mit heißem Wasser aufgeweicht. Die Samen bleiben viele Jahre keimfähig, gerade deshalb sollten reife Hülsen nicht am Baum bleiben. Ein Schnitt in der Regenzeit, von Herbst bis Frühjahr, hält die Bäume niedrig und liefert Mulch. Im Sommer ist jeder Schatten willkommen.
So versteht Terra Humana sie
Terra Humana nutzt kräftige, nicht EU-gelistete Arten wie Leucaena bewusst, weil ihre Kraft einen müden Boden in Bewegung bringen kann. Das ist keine Rechtfertigung, sondern Haltung, und sie bringt eine Pflicht mit sich: Leucaena soll auf Sa Medada geführt werden, zurückgeschnitten, bevor sie viel Samen ansetzt, und Schritt für Schritt ersetzt, sobald die Bäume, denen sie dient, gewachsen sind. Ob sie ohne den Bakterienpartner, den sie meist braucht, Stickstoff bindet, ist eine der Fragen, die das Land beantworten wird.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht Leucaena als einer der Stickstoffbinder in der Erde. Wie alle von ihnen wurde sie ohne Impfung mit Knöllchenbakterien gepflanzt.
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Häufige Fragen
Was ist Leucaena?
Leucaena (Leucaena leucocephala), deutsch auch Weißkopfmimose, ist ein Hülsenfrüchtler-Baum oder -Strauch aus Mexiko und Mittelamerika, in Südostasien Ipil-Ipil genannt. Sie wird 3 bis 15 Meter hoch, hat feine, gefiederte Blätter, weiße kugelige Blütenköpfe und flache braune Hülsen. Sie bindet Stickstoff, treibt nach dem Schnitt kräftig wieder aus und gehört zu den wichtigsten Futterbäumen der Tropen, oft Luzerne der Tropen genannt. Ihre Ausbreitungskraft hat sie in vielen warmen Regionen zu einer invasiven Art gemacht.
Warum gilt Leucaena als invasiv?
Weil sie sich sehr wirksam vermehrt. Sie ist selbstfruchtbar, blüht und fruchtet fast das ganze Jahr, wo Feuchtigkeit es zulässt, bildet viele hartschalige Samen, die jahrelang keimfähig bleiben, und treibt nach Schnitt und Feuer wieder aus. Auf offenem, gestörtem Küstenland bildet sie dichte Dickichte. Die Invasive Species Specialist Group der IUCN führt sie unter den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt. Spanien führt sie für die Kanaren im nationalen Katalog invasiver Arten. Auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der EU steht sie nicht.
Ist Leucaena giftig?
Blätter und Samen enthalten Mimosin, eine Aminosäure, die für Nichtwiederkäuer wie Pferde, Schweine und Kaninchen giftig ist und Haarausfall verursachen kann. Rinder, Schafe und Ziegen vertragen sie, wenn ihr Pansen Bakterien enthält, die ihre Abbauprodukte zerlegen, etwa Synergistes jonesii. Die Datenbank von World Agroforestry rät, Leucaena unter einem Fünftel der Ration zu halten. Junge Hülsen und Samen werden in Mexiko und Indonesien gegessen, wegen des Mimosins gilt das aber als riskant.
Braucht Leucaena eine Impfung?
Oft ja. Leucaena ist bei ihren Knöllchenbakterien wählerisch, und heimische Bodenbakterien binden mit ihr häufig nicht wirksam Stickstoff. In Australien, wo sie verbreitet als Futter angebaut wird, ist die Impfung mit einem bestimmten Stamm Standard; Forscher fanden keinen Stamm, der mit allen Leucaena-Linien gleich gut arbeitet. Auf Sa Medada wurde sie ohne Impfung gepflanzt.
Wächst Leucaena im Mittelmeerraum?
In Grenzen. Sie ist ein Tropenbaum, der schon beim ersten leichten Frost das Laub abwirft; starker Frost tötet die Triebe, oft treibt die Pflanze aber aus der Basis wieder aus. Trockenzeiten von sechs bis sieben Monaten erträgt sie, und sie bevorzugt kalkhaltige, durchlässige Böden, was zu vielen mediterranen Standorten passt. Auf Sizilien wachsen zwei Leucaena-Sorten, die als Futterquelle für den mediterranen Agroforst untersucht wurden, und auf den Kanaren ist sie verwildert. In kühleren, raueren Regionen gilt ihr invasives Potenzial als geringer.

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Quellen
- Orwa et al., Agroforestree Database 4.0 (World Agroforestry, 2009): Leucaena leucocephala
- Lowe et al., 100 of the World's Worst Invasive Alien Species, IUCN Invasive Species Specialist Group (2000)
- MITECO, Catálogo Español de Especies Exóticas Invasoras, Leucaena leucocephala (Real Decreto 630/2013)
- Biodiversidad Canarias / RedEXOS, Bericht zu Leucaena leucocephala
- De Angelis et al., A Multipurpose Leguminous Plant for the Mediterranean Countries: Leucaena leucocephala as an Alternative Protein Source, Animals 11 (2021)
- Badalamenti et al., Low mimosine content and nutrient-rich foliage of two Leucaena leucocephala varieties: a potential fodder resource in Mediterranean agroforestry systems, Plant Biosystems 156 (2022)
- Meat & Livestock Australia, Berichte zum Leucaena-Rhizobium-Impfmittel; Leucaena Network
- Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, Stand 2025
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13


