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Pflanzenporträts

Banane

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-136 Min. Lesezeit

Bananenstaude in einem gemulchten Garten, der Fruchtstand hängt aus der Blattkrone, mit violetter Blütenknospe

Kurz gesagt

Eine Riesenstaude, kein Baum: Jeder Scheinstamm aus Blattscheiden blüht einmal, trägt einen Fruchtstand und wird von Ausläufern aus dem Wurzelstock ersetzt.

Botanisch
Musa (essbare Sorten)
Familie
Bananengewächse (Musaceae)
Herkunft
Südostasien, Neuguinea
Wuchs
Riesenstaude mit Scheinstamm
Kälte
Blattschäden ab 0 °C, treibt neu aus
Wasser
hoch, 100 bis 150 mm im Monat
Schicht im Waldgarten
schneller Pionier, Biomasse
Ernte
ein Fruchtstand je Stamm
Auf Sa Medada
Freiland, mehrere Sorten

Was ist eine Bananenstaude?

Eine Bananenstaude sieht aus wie eine Palme oder ein kleiner Baum, besitzt aber kein Holz. Sie ist eine Riesenstaude. Der scheinbare Stamm, der Scheinstamm, besteht aus Blattscheiden, die fest umeinander gewickelt sind; der eigentliche Spross ist ein fleischiger Wurzelstock im Boden. Aus ihm wachsen die Wurzeln, die Blätter und nach einigen Monaten der Blütenstand, der sich durch die Mitte des Scheinstamms nach oben schiebt und oben als schwerer Fruchtstand überhängt.

Jeder Scheinstamm blüht nur ein einziges Mal. Nach der Ernte wird er abgeschlagen, und einer der Seitentriebe aus dem Wurzelstock, der Ausläufer, wächst an seiner Stelle weiter. Ein Bananenhorst erneuert sich so fortlaufend. Er ist weniger eine einzelne Pflanze als eine kleine Kolonie aus einer Wurzel.

Herkunft und Wuchs

Bananen stammen aus den feuchten Tropen Südostasiens und Neuguineas. Ausgrabungen am Kuk-Sumpf im Hochland von Neuguinea deuten auf Bananenanbau vor mehreren tausend Jahren. Die meisten heutigen Essbananen sind Kreuzungen zweier Wildarten, Musa acuminata und Musa balbisiana, viele davon mit dreifachem Chromosomensatz. Sie sind steril und bilden ihre Früchte ohne Befruchtung, darum haben sie keine Kerne und werden über Ausläufer vermehrt.

Unter guten Bedingungen blüht eine Banane etwa 10 bis 15 Monate nach der Pflanzung, und der Fruchtstand reift 80 bis 180 Tage später. In kühlerem Klima dauern beide Schritte länger.

Ansprüche

Wärme. Unter 16 °C verlangsamt sich das Wachstum, bei etwa 10 °C hört es auf. Ab 0 °C können die Blätter Schaden nehmen; unter etwa -2 °C kann die Pflanze bis zum Boden zurückfrieren, der Wurzelstock treibt aber meist wieder aus.

Wasser. Die großen Blätter verdunsten viel. Die Universität Florida empfiehlt etwa 100 bis 150 mm Wasser im Monat.

Boden. Tiefgründig, locker und gut durchlässig, reich an organischer Substanz. Stehendes Wasser schädigt die Wurzeln schnell.

Licht und Wind. Volle Sonne oder heller Halbschatten. Wind zerfetzt die Blätter und wirft Stämme mit schweren Fruchtständen um.

Früchte, Nutzen und Ernte

Ein Fruchtstand wird geschnitten, wenn die Früchte ausgebildet, aber noch grün sind; sie reifen nach dem Schnitt nach. Der Scheinstamm, der ihn getragen hat, wird danach entfernt. Neben den Früchten liefert die Pflanze große Blätter zum Einwickeln und Abdecken und vor allem viel weiche, wasserreiche Biomasse. Der Pflanzensaft hinterlässt auf Kleidung Flecken, die kaum herausgehen.

Im Waldgarten

Im Waldgarten ist die Banane eine Pflanze der ersten Jahre. Sie wächst schnell, beschattet junge Obstbäume und hält das Kleinklima feucht. In der syntropischen Landwirtschaft wird sie regelmäßig geschnitten und ausgelichtet; abgeschlagene Stämme und Blätter kommen sofort als Mulch auf den Boden. Weil das Gewebe zum größten Teil aus Wasser besteht, kühlt und befeuchtet es den Boden, während es verrottet. Schließt sich später das Kronendach der langlebigen Bäume, treten die Bananen zurück. In der Permakultur werden sie außerdem im Ring um eine Kompost- oder Grauwasser-Grube gepflanzt, wo sich Nährstoffe und Feuchte sammeln.

Im Mittelmeerklima

Rund um das Mittelmeer und im nahen Atlantik werden Bananen an mehreren Orten erwerbsmäßig angebaut. Die Kanarischen Inseln ernten auf rund 9.000 Hektar je nach Saison 350.000 bis 430.000 Tonnen, überwiegend vom Cavendish-Typ. In Israel stehen die meisten Bananen seit Anfang der 2000er Jahre in Netzhäusern; die Netze halten den Wind ab, und die Erträge sind um rund 30 Prozent gestiegen. An der Südostküste Kretas wachsen sie im Freien wie unter Folie. Auf einer Plantage bei Orosei, rund zwei Stunden nördlich von Sa Medada, tragen Bananen seit Jahren Früchte.

Die Grenzen setzen Kälte und Trockenheit. In einem kühlen Winter stehen die Pflanzen still, und ein Fruchtstand, der spät im Jahr erscheint, braucht viele Monate länger bis zur Reife. Ein trockener Sommer ohne Bewässerung bremst das Wachstum stark. Geschützte, warme Plätze an Mauern oder sonnigen Hängen, Windschutz und eine dauerhafte Mulchdecke machen den Unterschied. Essbare Bananen sind steril und können sich nicht über Samen ausbreiten; die Gattung steht nicht auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten.

Vermehrung und Pflege

Vermehrt wird über Ausläufer. Bevorzugt werden kräftige Schwertausläufer mit schmalen Blättern und starkem Fuß; breitblättrige Wasserausläufer wachsen schwach. Ein Mutterstamm mit ein oder zwei Folgetrieben unterschiedlichen Alters hält einen Horst ertragreich. Abgestorbene Blätter und alte Stämme werden geschnitten und als Mulch liegen gelassen.

So versteht Terra Humana sie

Auf Sa Medada soll die Banane zeigen, wie schnell sich auf trockenem Boden Schatten, Feuchte und weiche Biomasse schaffen lassen. Jeder abgeerntete Stamm geht an den Boden zurück. Ob und wie die Bananen am Hang fruchten, beobachten wir aufmerksam; ihre erste Aufgabe ist es, den langsameren Bäumen um sie herum durch die ersten Sommer zu helfen.

Das Tal von Sa Medada bei Jerzu, Sardinien, mit Olivenhain und Macchie

Sa Medada

So sieht das bei uns aus

Auf Sa Medada wachsen Bananen im Freiland, ausgepflanzt in der Erde, nicht im Topf und nicht unter Glas. Mehrere Sorten stehen nebeneinander, und sie gedeihen.

Mehr über Projekt Eden

Orosei

In Orosei trägt sie schon Früchte

Rund zwei Stunden nördlich von Sa Medada, auf einer Plantage mit tropischen und subtropischen Früchten bei Orosei, die seit rund 25 Jahren wächst, trägt diese Pflanze seit Jahren Früchte. Für uns ist das der lebende Beweis, dass sie an der Ostküste Sardiniens gedeiht, und der Ausgangspunkt eines gemeinsamen Projekts, das wir dort aufbauen wollen.

Pflanzen in diesem Beitrag

Häufige Fragen

Ist die Bananenstaude ein Baum?

Nein. Die Banane ist die größte aller Stauden. Was wie ein Stamm aussieht, ist ein Scheinstamm aus fest ineinander gerollten Blattscheiden. Der eigentliche Spross ist ein Wurzelstock im Boden, aus dem Wurzeln, Blätter und Seitentriebe kommen. Hat ein Scheinstamm geblüht und ist sein Fruchtstand geerntet, stirbt er ab und wird geschnitten; ein Ausläufer aus dem Wurzelstock tritt an seine Stelle. Ein Bananenhorst lebt deshalb viele Jahre, jeder einzelne Stamm aber nur für eine Ernte.

Wie viel Kälte verträgt eine Banane?

Weniger, als ihr Aussehen vermuten lässt. Nach Angaben der Universität Florida verlangsamt sich das Wachstum unter 16 °C und kommt bei etwa 10 °C zum Stillstand. Bei 0 °C können die Blätter Schaden nehmen, unter etwa -2 °C kann die Pflanze bis zum Boden zurückfrieren. Der Wurzelstock überlebt einen solchen Frost meist und treibt neu aus, sobald es wieder warm ist. Kalte Winter kosten also Blätter und Zeit, oft auch den Fruchtstand, selten aber die ganze Pflanze.

Warum haben essbare Bananen keine Kerne?

Die meisten essbaren Bananen sind sterile Kreuzungen, vor allem aus Musa acuminata und Musa balbisiana, häufig mit dreifachem Chromosomensatz. Ihre Frucht entwickelt sich ohne Befruchtung, und die kleinen schwarzen Punkte im Fruchtfleisch sind verkümmerte Samenanlagen. Deshalb werden Bananen über Ausläufer oder Gewebekultur vermehrt, nie über Samen. Wilde Bananenarten dagegen stecken voller harter Kerne.

Wie viel Wasser braucht eine Banane?

Sehr viel. Die Universität Florida nennt etwa 100 bis 150 mm Wasser im Monat für gutes Wachstum. Die großen, dünnen Blätter verdunsten viel, und auf Trockenheit reagiert die Pflanze rasch mit gefalteten Blättern und kleinen Fruchtständen. Zugleich verträgt sie Staunässe sehr schlecht. Wo die Sommer trocken sind wie am Mittelmeer, braucht die Banane Bewässerung, dicken Mulch und Windschutz oder einen Platz, an dem sich Wasser von selbst sammelt.

Warum pflanzen syntropische Landwirte so viele Bananen?

Weil die Banane Wasser und Sonnenlicht schnell in weiche Biomasse verwandelt. In der syntropischen Landwirtschaft nach Ernst Götsch werden Bananenstämme geschnitten und auf den Boden gelegt; das wasserreiche Gewebe hält den Boden feucht und verrottet rasch. Bananen wachsen schnell genug, um junge Bäume in den ersten Jahren zu beschatten, und lassen sich auslichten, sobald die Bäume mehr Licht brauchen. Sie sind ein Werkzeug der frühen Phase einer Pflanzung, nicht ihr Ziel.

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Verwandte Begriffe

Erwähnt auf

Quellen

  • Balerdi & Crane, Banana Growing in the Florida Home Landscape, UF/IFAS Extension HS10/MG040
  • Robinson & Galán Saúco, Bananas and Plantains, 2. Aufl., CABI (2010)
  • Denham et al., Origins of agriculture at Kuk Swamp in the Highlands of New Guinea, Science 301 (2003)
  • Zahlen von ISTAC und ASPROCAN zum Plátano de Canarias: rund 9.000 ha, 350.000 bis 430.000 t je Saison
  • Andrade, Pasini & Scarano, Syntropy and innovation in agriculture, Current Opinion in Environmental Sustainability 45 (2020)
  • Elingold et al., Less Is More? Field Evaluation of Short-Stature Banana Cultivars in a Mediterranean Environment, Horticulturae 8 (2022) 619

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13