Kurz gesagt
Ein sommergrüner Hülsenfrüchtler-Baum aus den Flusslandschaften Südamerikas, mit roten Blüten und stickstoffbindenden Knöllchen; verträgt harten Schnitt.
- Botanisch
- Erythrina crista-galli
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Herkunft
- südliches Südamerika
- Wuchs
- sommergrüner Baum, meist 5 bis 10 m
- Kälte
- Rückfrieren unter -7 °C, Wurzel bis -10 °C
- Wasser
- Auenbaum, mag Feuchtigkeit
- Schicht im Waldgarten
- kleiner Baum, untere Baumschicht
- Vorsicht
- Samen giftig, Zweige stachelig
- Auf Sa Medada
- Stickstoffbinder, in der Erde
Was ist ein Korallenbaum?
Wenn der Korallenbaum blüht, hängt er bis zu 60 Zentimeter lange Trauben mit bis zu 80 fleischigen, scharlachroten Blüten aus. Daher kommen seine Namen: Erythrina vom griechischen Wort für rot, Korallenbaum von der Farbe der Blüte. Erythrina crista-galli, der Hahnenkamm-Korallenbaum, hat das südlichste natürliche Areal seiner Gattung und ist an kühlere Winter angepasst als seine tropischen Verwandten. In Argentinien und Uruguay, wo er Ceibo heißt, ist er Nationalblume.
Für eine Pflanzung auf armem Boden sind die Blüten das Geringere. Der Korallenbaum ist ein Hülsenfrüchtler, bildet Wurzelknöllchen mit stickstoffbindenden Bakterien und verträgt harten Schnitt. Unter den stickstoffbindenden Pflanzen ist er einer der wenigen Bäume von stattlicher Größe, die aus einem Klima mit kühlen Wintern kommen.
Herkunft und Wuchs
Der Ceibo stammt aus Uruguay, dem Südwesten Brasiliens, dem Norden und der Mitte Argentiniens, dem Süden Paraguays und dem Südosten Boliviens. Sein Zentrum liegt im Flusssystem von Paraná und Uruguay. Dort wächst er an Flüssen und Bächen, in Feuchtgebieten und sumpfigem Grasland, im Paraná-Delta bildet er reine Bestände auf überschwemmten Inseln. In seiner Heimat gilt er als Pionierpflanze, die gestörte Flächen wieder besiedelt.
Meist wird er 5 bis 10 Meter hoch, an feuchten Orten 15 bis 20, oft mit kräftigem Stamm und korkiger, tief gefurchter Rinde. Das Holz ist weiß, leicht und weich. Junge Zweige und Blattstiele tragen gebogene Stacheln. Die Blätter sind dreiteilig und fallen im Winter. Die Hülsen werden 10 bis 20 Zentimeter lang und enthalten ein bis sechs harte Samen. Seine Blüten werden von Bienen und von Kolibris besucht.
Ansprüche
Der Korallenbaum liebt Sonne und Wärme und ist frostempfindlich. Kälte begegnet er, indem er Blätter und die Triebe des Jahres abwirft; sie sterben zurück und treiben aus älterem Holz neu aus. Gärtner in Kalifornien berichten von wenig Rückfrieren bis etwa minus 7 °C und überlebenden Wurzeln bis etwa minus 10 °C. Seine Herkunft zeigt, dass er Wasser schätzt: In Brasilien findet man ihn selten an trockenen Standorten. In Kultur hat er sich als anpassungsfähig an Stadtstandorte und verschiedene Böden erwiesen.
Rolle im Boden: Stickstoff, Biomasse und Mulch
In seiner Heimat gilt die Stickstoffbindung als Grund, warum sich der Ceibo auf armen Böden durchsetzt und sie für andere Pflanzen vorbereitet. Die Partner von E. crista-galli selbst sind wenig untersucht; bei verwandten Korallenbäumen fanden Forscher in den Knöllchen überwiegend Bradyrhizobium, bei manchen Arten auch Rhizobium. Mehr zu diesen Partnern steht im Artikel über Knöllchenbakterien.
Als Biomasselieferant hat die Gattung in den Tropen eine lange Geschichte. In Mittelamerika wird der verwandte Korallenbaum Erythrina poeppigiana als Schattenbaum über Kaffee regelmäßig geköpft, und das Schnittgut bleibt liegen. Der Ceibo verträgt dieselbe Behandlung: In botanischen Gärten wird er kräftig zurückgeschnitten und treibt wieder aus. Seine dünnen, papierartigen Blätter und weichen jungen Triebe geben einen leichten Mulch; das Holz selbst ist leicht und wenig verholzt.
Im Waldgarten
Im Waldgarten besetzt der Korallenbaum die untere Baumschicht: ein kleiner Baum, der sich auf der Höhe halten lässt, die seine Nachbarn brauchen. In der syntropischen Landwirtschaft werden solche Bäume regelmäßig zurückgeschnitten, um Licht hereinzulassen und den Boden mit dem Schnittgut zu nähren; der Korallenbaum kann diese Arbeit viele Jahre leisten. Seine offene, im Winter kahle Krone lässt in der kühlen Jahreszeit Licht durch. Er kann als Ammenbaum für sonnenempfindliche Jungbäume dienen, und seine Blüten nähren Bienen.
Im Mittelmeerklima
Im Süden Europas hat der Korallenbaum eine lange Geschichte. In Lissabon wurde er schon 1695 kultiviert, und eines der bekanntesten Exemplare steht im Botanischen Garten von Coimbra, gepflanzt um 1800. Bemerkenswerte Bäume wachsen in Sevilla und Barcelona, in Nizza, das die Art unter den empfohlenen Bäumen für das künftige Klima der Stadt führt, und in Italien, etwa in den Vatikanischen Gärten, in Viareggio, in San Remo und im Garten La Mortella auf Ischia. Ein Gärtner in Südfrankreich berichtet, dass Frost die späten Triebe schädigt, der Baum aber jedes Jahr wiederkommt.
Die meisten dieser Bäume stehen in Parks und Gärten, oft mit Wasser in der Nähe. An einem trockenen Hang mit fünf Monaten ohne Regen bleibt die Herkunft aus der Flussaue die offene Frage.
Der Korallenbaum steht nicht auf der Unionsliste invasiver Arten der EU. Im Osten Australiens ist er entlang von Wasserläufen verwildert und wird als Unkraut reguliert, in Neuseeland ist er eingebürgert. Beides sind feuchte, frostfreie Flusslandschaften. Wo Wasser knapp ist, ist das Risiko deutlich geringer; Sämlinge an Bächen sollte man dennoch entfernen.
Vermehrung und Pflege
Der Korallenbaum lässt sich leicht aus Samen und Stecklingen ziehen: weiche Stecklinge im Frühjahr und Frühsommer, halbreife im Spätsommer, verholzte am Ende des Winters. Geschnitten wird am besten im Spätwinter, wenn Frostschäden sichtbar sind und das Schnittholz gleich als Mulch am Boden bleibt. Handschuhe helfen gegen die Stacheln.
So versteht Terra Humana ihn
Auf Sa Medada soll der Korallenbaum ein Stützbaum der mittleren Jahre sein: langlebiger als die Sträucher der ersten Jahre, aber im Dienst der Bäume, die einmal das Kronendach bilden. Ob ein Baum aus den Flussauen des Paraná diese Arbeit an einem trockenen sardischen Hang leisten kann, werden erst die kommenden Sommer zeigen.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht der Korallenbaum als einer der Stickstoffbinder in der Erde. Wie alle von ihnen wurde er ohne Impfung mit Knöllchenbakterien gepflanzt.
Mehr über Projekt EdenPflanzen in diesem Beitrag
Häufige Fragen
Was ist ein Korallenbaum?
Korallenbäume bilden die Gattung Erythrina, Hülsenfrüchtler-Bäume, benannt nach ihren roten Blüten. In gemäßigtem und mediterranem Klima wird vor allem Erythrina crista-galli gepflanzt, der Hahnenkamm-Korallenbaum, in Argentinien und Uruguay Ceibo genannt und dort Nationalblume. Er ist ein sommergrüner Baum von meist 5 bis 10 Metern mit korkiger Rinde, stacheligen Zweigen, dreiteiligen Blättern und fleischigen roten Blüten in langen Trauben. Wie die meisten Hülsenfrüchtler bildet er Wurzelknöllchen mit stickstoffbindenden Bakterien.
Wie winterhart ist der Korallenbaum?
Er ist frostempfindlich, erholt sich aber gut. Im Winter wirft er die Blätter und die Triebe des laufenden Jahres ab, die zurücksterben und im Frühjahr aus älterem Holz neu austreiben. Gärtner in Kalifornien berichten, dass eingewachsene Bäume etwa minus 7 °C mit wenig Rückfrieren überstehen und die Wurzeln bis etwa minus 10 °C überleben. Im nördlichen Europa hält man ihn als Kübelpflanze; aus Belgien wird ein Exemplar berichtet, das an günstiger Stelle ungeschützt im Freien überlebt.
Ist der Korallenbaum giftig?
Die Samen sind als giftig zu behandeln. Wie andere Arten der Gattung enthält Erythrina crista-galli in den Samen Alkaloide, die als curareartig beschrieben werden. Die Samen sind hart und wenig verlockend, gehören aber nicht in Kinderhände und nicht ins Futter. Zweige und Blattstiele tragen außerdem gebogene Stacheln, was beim Schnitt zählt.
Bindet der Korallenbaum Stickstoff?
Ja. Er bildet Wurzelknöllchen, und in seiner Heimat gilt die Stickstoffbindung als Vorteil auf armen Böden, mit dem er die Sukzession in Gang setzt. Untersuchungen an verwandten Korallenbäumen fanden in den Knöllchen überwiegend Bradyrhizobium, teils auch Rhizobium. Auf Sa Medada wurde er ohne Impfung gepflanzt.
Ist der Korallenbaum invasiv?
Er steht nicht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der EU. An der Küste von Queensland und New South Wales ist er entlang von Bächen und Feuchtgebieten verwildert, verbreitet durch Samen im Wasser und in abgeladenem Gartenabfall, und wird dort als Unkraut reguliert. Auch in Neuseeland ist er eingebürgert. Das sind feuchte, frostfreie Flusslandschaften wie seine Heimat. Am trockenen Mittelmeerhang sind die Bedingungen für eine solche Ausbreitung viel schwächer, Sämlinge an Wasserläufen verdienen trotzdem Aufmerksamkeit.

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Quellen
- Cameron, Erythrina crista-galli, Tree of the Year, International Dendrology Society Yearbook 2025
- San Marcos Growers (Santa Barbara, California), Erythrina crista-galli: 20 °F / 14 °F
- Weeds Australia / Brisbane City Council, Steckbriefe Cockspur coral tree
- Rodrigues et al., Phenotypic, genetic and symbiotic characterization of Erythrina velutina rhizobia from Caatinga dry forest, Brazilian Journal of Microbiology 49 (2018)
- Aserse et al., Phylogenetically diverse groups of Bradyrhizobium isolated from nodules of Crotalaria spp., Indigofera spp., Erythrina brucei and Glycine max growing in Ethiopia, Molecular Phylogenetics and Evolution 65 (2012)
- Russo & Budowski, Effect of pollarding frequency on biomass of Erythrina poeppigiana as a coffee shade tree, Agroforestry Systems 4 (1986)
- Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, Stand 2025
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13

