Kurz gesagt
Wie man einen jungen Baum am trockenen Hang so pflanzt, dass er in der Regenzeit wurzelt und den ersten Sommer übersteht: Zeitpunkt, Loch, Mulde, Mulch, Wasser.
Warum der erste Sommer entscheidet
Einen Baum zu pflanzen dauert eine Stunde. Ob er lebt, entscheidet sich in den Monaten danach, am trockenen Hang vor allem in seinem ersten Sommer. Im Mittelmeerklima fällt der Regen in der kühlen Jahreshälfte, während der Sommer monatelange Hitze fast ohne Wasser bringt. Ein junger Baum geht mit den Wurzeln in diese Zeit, die er bis dahin bilden konnte.
Die spanische Forstforschung hat das in ein einfaches Modell gefasst. Pedro Villar-Salvador und Kollegen nennen nach Auswertung mediterraner Pflanzungen die Sommertrockenheit als Hauptursache für das Absterben junger Bäume und verbinden das Überleben mit kräftigem Wachstum in der nassen Jahreszeit: Eine Pflanze, die gut wächst, solange der Boden feucht ist, bildet das tiefe, große Wurzelwerk, das sie durch die trockenen Monate trägt. Fast jeder Schritt unten dient diesem einen Ziel. Der Baum soll wurzeln, so schnell und tief es geht, solange Wasser da ist, und so wenig wie möglich verlieren, wenn es fehlt. Den Rhythmus des Jahres dahinter beschreibt das Gartenjahr im Mittelmeerklima.
Wann gepflanzt wird
Wo der Regen im Winter fällt, beginnt die Pflanzzeit mit dem ersten Herbstregen und reicht durch den Winter, solange der Boden feucht ist und sich bearbeiten lässt. Gärtner in Kalifornien, das dasselbe Klima hat, raten genauso: Pflanzen, die im Herbst gesetzt werden, wurzeln mit dem Winterregen ein und brauchen in ihrem ersten oder zweiten Sommer nur wenige zusätzliche Wassergaben.
Wärmeliebende Subtropen sind die Ausnahme. Das Statewide IPM Program der University of California rät, Avocados aus dem Container nach dem letzten Frost im Frühjahr zu pflanzen, damit sie vor der Hitze einwurzeln. Für Avocado, Zitrusfrüchte und ähnliche Arten ist das Frühjahr das Fenster, in Boden, der sich erwärmt hat. In beiden Fällen ist das späte Frühjahr oder der Frühsommer die schlechteste Wahl: Der Baum trifft die Hitze mit Wurzeln, die den Ballen kaum verlassen haben.
Die Pflanze wählen
Eine junge, gut gewachsene Pflanze wächst schneller an als eine alte, die Jahre in einem kleinen Topf verbracht hat. Größe allein ist kein Warnzeichen: Villar-Salvador und Kollegen fanden, dass in mediterranen Pflanzungen größere Sämlinge mit höherem Stickstoffgehalt eher überleben als kleine, schlecht ernährte. Es kommt auf das Verhältnis von Krone und Wurzeln an und auf den Zustand der Wurzeln.
Containerpflanzen lassen sich auch außerhalb der Ruhezeit setzen, brauchen nach der Royal Horticultural Society aber unter Umständen mehr Nachsorge. Wurzeln, die an die Wand eines Plastiktopfs stoßen, biegen um und kreisen um den Ballen. Christopher Enroth von der University of Illinois Extension stellt zudem fest, dass die meisten Bäume schon beim Kauf zu tief in ihrem Container sitzen; wer die obersten Zentimeter Topferde abträgt, bis die erste starke Wurzel erscheint, sieht, wo die wirkliche Oberfläche liegt. Wurzelnackte Bäume werden in der Ruhezeit gerodet und nur in den kühleren Monaten verkauft, was im Winterregenklima mit der Pflanzzeit zusammenfällt.
Das Pflanzloch
Vor dem Graben lohnt es sich, den Boden zu kennen. Eine Spatenprobe zeigt, wie tief er ist und wo er verdichtet ist; die Fingerprobe unterscheidet Sand von Ton. In schwerem Ton darf das Loch nicht zur Wanne werden, die nach einem Gewitter Wasser um die Wurzeln hält.
Das Loch ist breit und flach. Die Royal Horticultural Society empfiehlt die dreifache Breite des Wurzelballens und genau seine Tiefe; der landwirtschaftliche Beratungsdienst von Alabama nennt die zwei- bis dreifache Breite und betont, dass das Loch nie tiefer sein soll als der Ballen. Die Stelle, an der die Wurzeln in den Stamm übergehen, liegt am Ende auf Bodenhöhe oder leicht darüber. Die Breite gibt den jungen Wurzeln lockeren Boden, in den sie seitlich wachsen können, und das zählt mehr als die Tiefe. Glatte, verschmierte Wände, die der Spaten in Ton hinterlässt, werden mit der Grabegabel aufgeraut.
Kreisende Wurzeln werden gelockert oder geschnitten. Der Beratungsdienst von Alabama empfiehlt, von einem durchwurzelten Ballen außen ein bis zwei Zoll, etwa drei bis fünf Zentimeter, abzuschneiden und die Wurzeln von Hand herauszuziehen. Danach wird das Loch mit dem Boden gefüllt, der herausgekommen ist. Linda Chalker-Scott von der Washington State University rät davon ab, das Pflanzloch in irgendeiner Weise aufzubessern: Reicher Kompost, der nur im Loch liegt, hält die Wurzeln darin fest. Die Erde wird mit dem Absatz angedrückt und gründlich angegossen, damit keine Hohlräume bleiben.
Gießrand, Mulch und Schatten
Ein niedriger Erdwall um den Baum hält das Wasser dort, wo die Wurzeln sind. Bei Avocados legt die University of California den Gießrand etwa 30 Zentimeter vom Stamm an und hält den Stamm selbst so trocken wie möglich. Am Hang lässt sich ein geschlossener Ring schwer waagrecht halten; der Erdwall kommt vor allem auf die Talseite, offen zum Hang hin, wie beim Halbmond. Größere Formen derselben Idee sind die Gießmulde, die den Abfluss einer ganzen Fläche zu einem Baum leitet, und die Zaï-Pflanzgrube, die Wasser mit Kompost verbindet. Auf schweren Böden setzt Brad Lancaster die Pflanze etwas oberhalb des tiefsten Punkts der Mulde, damit sie nicht im Wasser steht. Das Handbuch der FAO zur Wassersammlung rät, die Wälle nach jedem starken Regen zu prüfen und Durchbrüche sofort zu flicken.
Mulch bedeckt die Mulde. Die Royal Horticultural Society empfiehlt eine Schicht von fünf bis acht Zentimetern organischen Materials und einen Abstand von zehn Zentimetern zum Stamm. Ein Kegel aus Mulch, der gegen den Stamm gehäuft ist, der sogenannte Mulchvulkan, hält die Rinde feucht; die Illinois Extension vergleicht ihn mit zu tiefem Pflanzen.
Schatten ist der dritte Schutz. In einer Metaanalyse von Feldpflanzungen in der spanischen Sierra Nevada fanden Gómez-Aparicio und Kollegen, dass Sträucher als Ammenpflanzen das Überleben junger Bäume in ihrem ersten Sommer verbesserten, der kritischsten Zeit für Aufforstungen im Mittelmeerraum. Spanische Versuche mit der Steineiche weisen in dieselbe Richtung: Sämlinge, die nur im Sommer beschattet wurden, überlebten besser als unbeschattete. Vorhandene Sträucher werden deshalb nicht gerodet, sondern genutzt, und schnelle Ammenbäume oder Pionierpflanzen können gepflanzt werden, um Schatten zu geben und den Wind zu brechen.
Gießen im ersten Sommer
Auch ein im Herbst gepflanzter Baum braucht in seinem ersten Sommer meist etwas Wasser. Die Regel heißt selten und tief. Die Royal Horticultural Society rät, seltener, aber gründlicher zu gießen, sodass das Wasser die Wurzeln in 20 bis 30 Zentimetern Tiefe erreicht, und die Oberfläche vor dem nächsten Gießen abtrocknen zu lassen; sie warnt vor festen Routinen wie einmal pro Woche, gleich bei welchem Wetter. Tiefes, gelegentliches Gießen fördert tiefe Wurzeln. Frisch gepflanzte Bäume brauchen es im ersten Jahr bei Trockenheit, große bis zu drei Sommer lang.
Wo Wasser von Hand getragen werden muss, kann eine Olla helfen: Ein unglasierter Tontopf, neben dem Baum eingegraben, gibt Wasser langsam in den umgebenden Boden ab, unter dem Mulch und aus der Sonne. Bei Hitze wird er alle paar Tage nachgefüllt. David Bainbridge nannte die Methode wenig bekannt, aber sehr effizient. Wie jede Hilfe dieser Art ist sie eine Brücke für die ersten Sommer, bis die Wurzeln der Feuchte in die Tiefe gefolgt sind.
Pfahl und Schutz
Ein Pfahl ist nur nötig, wenn der Baum nicht allein stehen kann. Der Beratungsdienst von Alabama nennt einen instabilen Baum, einen windigen oder offenen Standort oder die Gefahr von Beschädigung als Gründe, bindet den Stamm tief und elastisch, damit er schwingen kann, und empfiehlt, den Pfahl zu entfernen, sobald der Baum allein steht, meist nach einer Vegetationsperiode und spätestens nach 12 bis 18 Monaten. Ein Stamm, der sich im Wind bewegt, wird kräftiger.
Tiere sind oft die größte Gefahr. Wuchshüllen wurden gegen Verbiss entwickelt; in mediterranen Pflanzungen verbessern sie auch das Überleben, in einem Versuch mit der Steineiche vor allem durch den Schatten, den sie im Sommer geben. Wo Ziegen, Schafe, Rinder oder Rehe weiden, gehört ein fester Schutz oder Zaun vom ersten Tag an zur Pflanzung.
Häufige Fehler
Zu tief. Ein zu tief gepflanzter Baum stirbt nicht sofort; der vergrabene Stammfuß fault langsam. Die Illinois Extension beschreibt solche Bäume als wie ein Telefonmast in den Boden gesteckt, ohne sichtbaren Wurzelanlauf.
Ballen nicht gelöst. Kreisende Wurzeln kreisen im Boden weiter und können später den Stamm einschnüren.
Mulchvulkan. Mulch an der Rinde wirkt wie zu tiefes Pflanzen.
Oft und wenig gießen. Flaches Gießen hält die Wurzeln in der heißesten Bodenschicht.
Pflanzen im Frühsommer. Der Baum trifft die Trockenheit, bevor er eingewurzelt ist.
Wie Terra Humana das Pflanzen versteht
Für Terra Humana ist das Pflanzen eines Baums der Anfang einer Beziehung zu einem Ort, und am trockenen Hang misst sich sein Gelingen in Jahren, nicht in der Stunde des Pflanzens. Das Ziel ist ein Baum, der vom Winterregen lebt, der im Boden gespeichert ist. Mulden, Mulch, Schatten und die ersten Wassergaben sind Brücken bis dahin; je weniger ein Baum sie nach ein paar Sommern noch braucht, desto besser wurde er gepflanzt. Deshalb werden Jahreszeit, Boden und Schatten mit derselben Sorgfalt gewählt wie der Baum selbst, und deshalb beobachten wir jede Pflanzung durch ihre ersten Sommer.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Sa Medada liegt an der Ostseite Sardiniens, die Trockenzeit reicht etwa von Mai bis September. Für einen jungen Baum ist der erste Sommer die härteste Probe. Der erste Baum, der auf dem Land gepflanzt wurde, ein Speierling, kam 2024 an einer sehr heißen Südflanke in die Erde. Unsere erste Amme ist eine Leucaena: Sie ist inzwischen zwei Meter hoch und beschattet zwei Avocados. Tagasaste ist seit August 2026 in der Anzucht und soll mit dem Winterregen ausgepflanzt werden.
Mehr über Projekt EdenPflanzen in diesem Beitrag
- AvocadoPersea americana

- ZitrusfrüchteCitrus

- LeucaenaLeucaena leucocephala

TagasasteChamaecytisus proliferus
Häufige Fragen
Wann pflanzt man einen Baum im Trockenklima am besten?
Wo der Regen im Winter fällt, mit dem ersten Herbstregen und durch den Winter, solange der Boden feucht und bearbeitbar ist. Ein Baum, der dann gepflanzt wird, hat die ganze nasse Jahreszeit, um vor seinem ersten Sommer in feuchten Boden zu wurzeln. Forschung zu mediterranen Pflanzungen in Spanien verbindet das Überleben junger Pflanzen vor allem damit, wie gut sie in der nassen Jahreszeit wachsen, während die Sommertrockenheit die meisten Ausfälle verursacht. Wärmeliebende Subtropen sind die Ausnahme: Die University of California rät, Avocados aus dem Container im Frühjahr zu pflanzen, wenn der letzte Frost vorbei ist, damit sie vor der Hitze einwurzeln.
Wie groß sollte das Pflanzloch sein?
Breit statt tief. Die Royal Horticultural Society empfiehlt ein Loch, das dreimal so breit ist wie der Wurzelballen und genau so tief; Beratungsdienste amerikanischer Universitäten nennen die zwei- bis dreifache Breite. Die Stelle, an der die Wurzeln in den Stamm übergehen, liegt am Ende auf Höhe des umgebenden Bodens oder leicht darüber. Lockert man die Seitenwände mit der Grabegabel, wachsen die Wurzeln leichter hinaus, besonders in Ton, wo der Spaten glatte Wände hinterlassen kann.
Gehört Kompost ins Pflanzloch?
Meist nicht. Linda Chalker-Scott von der Washington State University rät davon ab, das Pflanzloch in irgendeiner Weise aufzubessern, und empfiehlt, es mit dem eigenen Boden wieder zu füllen. Reiches Material, das nur im Loch liegt, kann die Wurzeln darin halten, statt sie in den umgebenden Boden wachsen zu lassen. Organische Substanz gehört nach oben, als Mulch auf eine breite Fläche, wo sie den Boden von oben nährt.
Wie oft gießt man einen frisch gepflanzten Baum im Sommer?
Selten und tief. Die Royal Horticultural Society rät, seltener, aber gründlicher zu gießen, sodass das Wasser 20 bis 30 Zentimeter tief zu den Wurzeln gelangt, und die Oberfläche vor dem nächsten Gießen abtrocknen zu lassen. Frisch gepflanzte Bäume brauchen das im ersten Jahr bei Trockenheit, große bis zu drei Sommer lang. Häufige kleine Mengen halten die Wurzeln nahe der Oberfläche, genau dort, wo die Sommerhitze am stärksten wirkt.
Braucht ein junger Baum einen Pfahl?
Nur wenn er nicht allein stehen kann, etwa an einem windigen, offenen Standort oder mit großer Krone auf kleinem Ballen. Der landwirtschaftliche Beratungsdienst von Alabama empfiehlt, den Pfahl zu entfernen, sobald der Baum allein steht, meist nach einer Vegetationsperiode und spätestens nach 12 bis 18 Monaten. Die Bindung sitzt tief und ist elastisch, damit der Stamm sich im Wind bewegen und kräftigen kann.
Was sind die häufigsten Fehler beim Baumpflanzen?
Zu tief pflanzen, oft weil der Baum schon im Topf zu tief saß. Kreisende Wurzeln so lassen, wie sie sind. Mulch kegelförmig gegen den Stamm häufen. Oft und wenig gießen statt selten und tief. Im späten Frühjahr oder Frühsommer pflanzen, sodass der Baum die Hitze mit Wurzeln trifft, die den Ballen kaum verlassen haben. Und den Baum ungeschützt lassen, wo Tiere weiden.

Verwandte Begriffe






Erwähnt auf
In der Praxis erleben
Quellen
- Villar-Salvador, P. et al., Increase in size and nitrogen concentration enhances seedling survival in Mediterranean plantations. Insights from an ecophysiological conceptual model of plant survival, New Forests 43 (2012)
- McDaniel, P., Fall is Time for Planting Natives, California Native Plant Society, Channel Islands Chapter (zuerst erschienen im Ventura County Star, November 2007)
- University of California Statewide IPM Program, Planting Avocados, ipm.ucanr.edu (abgerufen Oktober 2026)
- Royal Horticultural Society, How to plant a tree, rhs.org.uk (abgerufen Oktober 2026)
- Royal Horticultural Society, Watering plants wisely, rhs.org.uk (abgerufen Oktober 2026)
- Arseniou, G., Best Practices for Successful Tree Planting, Alabama Cooperative Extension System, FOR-2192 (2026)
- Enroth, C., Tree troubles usually start at the base of the trunk, Good Growing, University of Illinois Extension (30. Juni 2020)
- Chalker-Scott, L., The Informed Gardener, University of Washington Press (2008), zitiert nach der Elisabeth C. Miller Library, University of Washington, Best procedures for preparing planting holes
- Gómez-Aparicio, L. et al., Applying plant facilitation to forest restoration: a meta-analysis of the use of shrubs as nurse plants, Ecological Applications 14 (2004)
- Puértolas, J., Oliet, J. A., Jacobs, D. F., Benito, L. F. und Peñuelas, J. L., Is light the key factor for success of tube shelters in forest restoration plantings under Mediterranean climates?, Forest Ecology and Management 260 (2010)
- Critchley, W. und Siegert, K., Water Harvesting: A Manual for the Design and Construction of Water Harvesting Schemes for Plant Production, FAO (1991)
- Lancaster, B., Rainwater Harvesting for Drylands and Beyond, Bd. 1, 3. Auflage, Rainsource Press (2019)
- Bainbridge, D. A., Buried clay pot irrigation: a little known but very efficient traditional method of irrigation, Agricultural Water Management 48 (2001)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-20
