Kurz gesagt
Bill Mollisons acht Wege, ein Permakultur-Design zu erarbeiten, vom Analysieren der Elemente bis zur willkürlichen Anordnung, zu Zonen und Sektoren.
Was die Design-Methoden sind
Die Design-Methodik legt fest, in welcher Reihenfolge ein Permakultur-Design entsteht. Die Design-Methoden beschreiben, wie innerhalb dieser Schritte gedacht wird. Im dritten Kapitel von Permaculture: A Designers' Manual (1988) stellte Bill Mollison acht davon vor, jede mit einem kurzen Untertitel: Analysieren, Design durch Auflisten der Eigenschaften der Bestandteile; Beobachten, Design durch Ausbau direkter Beobachtungen am Ort; Von der Natur abschauen, Design durch Übernahme dessen, was die Natur lehrt; Optionen und Entscheidungen, Design als Auswahl von Wegen auf Grund von Entscheidungen; Daten (Karten) übereinanderlegen, Design durch übereinandergelegte Karten; Willkürliche Anordnung, Design durch Bewertung zufälliger Zusammenstellungen; Flussdiagramme, Design für Arbeitsplätze; und Zonen- und Sektorenanalyse, Design durch Anwendung eines Grundmusters.
Keine davon ist ein vollständiges Rezept. Jede schaut aus einem anderen Winkel auf ein Gelände, und jede erfasst, was den anderen entgeht. Die deutschen Namen folgen den Kursunterlagen der Permakulturschule von Christoff Schneider, die dieselben acht Methoden in ihren Designkursen lehrt; aus diesen Unterlagen stammen auch die fünf Beispiele zur willkürlichen Anordnung weiter unten. Die Erläuterungen dazu sind unsere eigenen.
Die acht Methoden
1. Analysieren
Jedes Element eines Designs wird danach beschrieben, was es braucht, was es gibt und wie es von Natur aus ist. Mollisons bekanntestes Beispiel ist das Huhn. Außer Eiern liefert es Federn, Mist, Wärme und Kohlendioxid, und es scharrt den Boden auf; es braucht Futter, Wasser, Unterschlupf und Gesellschaft. Sind die Karten geschrieben, zieht man Linien von jedem Ertrag zu einem Element, das ihn braucht. Wo ein Ertrag einen Abnehmer findet, verschwindet Abfall; wo ein Bedarf offen bleibt, muss ihn jemand mit Arbeit decken. Die Methode ist Schritt für Schritt unter Elementanalyse beschrieben. Sie zeigt, was zusammengehört. Wo die Dinge stehen sollen, überlässt sie anderen Methoden.
2. Beobachten
Hier wächst das Design aus dem, was man im Gelände sieht: wo Wasser nach starkem Regen läuft und wo es steht, wohin die Morgensonne zuerst fällt, welche Pflanzen ungesät aufgehen, wo Tiere queren. Auf jede Beobachtung folgen zwei Fragen: Warum ist das so, und wie ließe es sich nutzen? Mollison beschrieb die Permakultur in Introduction to Permaculture (1991) als langes und aufmerksames Beobachten statt langer und gedankenloser Arbeit. Das Prinzip Beobachte und interagiere trägt denselben Gedanken. Beobachten braucht Zeit, und es ist die Methode, die am häufigsten einen teuren Fehler erspart.
3. Von der Natur abschauen
Natürliche Systeme haben viele Aufgaben, vor denen ein Designer steht, längst gelöst: wie der Boden bedeckt bleibt, wie Wasser am Hang gehalten wird, wie viele Pflanzen an einem Ort wachsen, ohne dass Dünger von außen kommt. Diese Methode fragt, wie die wilde Vegetation am Ort ohne menschliche Hilfe zurechtkommt, und übernimmt das Muster. Die Streuschicht unter Bäumen ist das Vorbild für Mulch, der gestufte Rand eines jungen Waldes das Vorbild für einen Waldgarten. Die Antwort fällt von Ort zu Ort verschieden aus, deshalb nimmt man das Vorbild aus der umgebenden Landschaft.
4. Optionen und Entscheidungen
Ein Design lässt sich als Weg von Entscheidungen sehen. Jede Entscheidung öffnet manche Wege und schließt andere. Die Methode schreibt die Möglichkeiten auf, bevor gewählt wird, verfolgt jede ein paar Schritte voraus und entscheidet erst dann. Ob ein Garten sein Wasser zum Beispiel aus einem Dachspeicher, einem Teich oder einem Brunnen bezieht, verändert, wo die Beete liegen, ob eine Pumpe nötig ist und wie viel Wasser im Sommer bleibt. Frühe Entscheidungen reichen deshalb weit, und es lohnt sich, zu benennen, was jede von ihnen ausschließt.
5. Daten (Karten) übereinanderlegen
Jede Art von Information wird auf ein eigenes Pauspapier über der Grundkarte gezeichnet: Höhenlinien, Wasserläufe, Böden, Vegetation, Sonne und Wind, Zugang und Grenzen. Übereinandergelegt zeigen die Blätter, wo Bedingungen zusammentreffen, etwa wo eine feuchte Rinne einen viel genutzten Weg kreuzt. Der Ansatz geht auf den Landschaftsplaner Ian McHarg zurück, der in Design with Nature (1969) durchsichtige Karten übereinanderlegte. Heute leistet ein freies GIS-Programm dasselbe mit digitalen Ebenen. Die deutsche Zusammenfassung von Mollisons Designers' Manual hält zu dieser Methode fest, sie könne verwirren und sei äußerst ungenau, und führt sie deshalb nicht weiter aus. Für sich allein ergibt das Übereinanderlegen also noch kein Design; es sammelt Material für die anderen Methoden. Wie die Blätter entstehen, steht unter Karten, Pläne und Pauspapier. Eine Karte zeigt, wo etwas liegt; wie zwei Elemente zusammenwirken, zeigt sie nicht.
6. Willkürliche Anordnung
Die Elemente werden zunächst ohne Grund zusammengesetzt, paarweise oder indem man sie zufällig auf den Plan setzt, und jede Verbindung wird danach beurteilt, was sie bringen könnte. Die Methode setzt auf einen kindlichen Blick ohne Voreingenommenheit, den Schneiders Kursunterlagen „child like approach without prepossession“ nennen, und macht ungewöhnliche Verbindungen sichtbar. Dieselben Unterlagen geben fünf Beispiele: Hühner im Gewächshaus, das Gewächshaus am Haus, der Wasserspeicher höher als das Haus, das Lager beim Stall und der Stall bei der Ausfahrt. Was sie bringen können, erläutern wir so. Die Wärme der Hühner und das Kohlendioxid, das sie ausatmen, kommen den Pflanzen zugute, und das Gewächshaus schützt die Tiere. Das Gewächshaus am Haus sammelt die Wärme der Sonne und gibt einen Teil davon an die Räume ab. Aus dem höher gelegenen Speicher erreicht das Wasser die Hähne durch die Schwerkraft, mit Druck und ohne Pumpe. Liegt das Lager beim Stall, sind Futter, Einstreu und Werkzeug kurz zur Hand. Liegt der Stall bei der Ausfahrt, kommen Futter, Tiere und Mist herein und hinaus, ohne den übrigen Hof zu queren. Viele Paare führen zu nichts und fallen weg. Die Methode lohnt sich wegen der wenigen, die bleiben.
7. Flussdiagramme
Mollison nennt diese Methode Design für Arbeitsplätze. Die Wege von Menschen, Waren und Werkzeugen durch eine Küche, eine Werkstatt, einen Stall, einen Packraum oder eine Pflanzenanzucht werden als Linien in den Grundriss gezeichnet. Lange, doppelte oder sich kreuzende Linien zeigen, wo die Anordnung jeden Tag Zeit kostet. Dann wird der Raum so umgestellt, dass die Arbeit in eine Richtung fließt, etwa von der ankommenden Ernte über Waschen und Sortieren bis zu Lager und Versand. Ein Flussdiagramm ist kleine Arbeit auf Papier und spart über Jahre Schritte.
8. Zonen- und Sektorenanalyse
Mollison nennt dies die Anwendung eines Grundmusters. Zonen ordnen die Elemente danach, wie oft sie aufgesucht werden. Schneider fasst das in zwei Fragen: Wie oft suche ich es auf, und wie oft muss es aufgesucht werden? Was täglich Pflege braucht, liegt nahe am Haus, was wenig braucht, weiter draußen. In Schneiders erweitertem Modell reichen die Zonen von Zone 00, der eigenen Erkenntnis, Vision und Zielsetzung, über Zone 0, das Haus, und die klassischen Zonen I bis V bis zu Zone VI, dem Ertrag außerhalb des eigenen Grundstücks, und Zone VII, dem Ertrag, der von außen zu einem kommt. Sektoren ordnen die Energien, die von außen auf das Gelände wirken: Sonne, Wind, Wasser und Feuer, aber auch Aussicht, Lärm und Wege. Zusammen geben Zonen und Sektoren jedem Element einen Platz, an dem es gut erreichbar ist und an dem die Kräfte von außen für es arbeiten oder abgehalten werden.
Die Methoden zusammen nutzen
Die Methoden lassen sich in jeder Reihenfolge einsetzen. Eine praktische Art, sie zu verbinden: Beobachten und das Übereinanderlegen von Karten tragen zusammen, was da ist; Analysieren und das Abschauen von der Natur zeigen, was zusammengehören könnte; die willkürliche Anordnung weitet das Feld um Ideen, die niemand mit Absicht gewählt hätte; Optionen und Entscheidungen engen es wieder ein; die Zonen- und Sektorenanalyse und die Flussdiagramme geben jedem Element seinen Platz. Die Design-Methodik gibt den Rahmen, in dem das geschieht, und Bill Mollisons Permakultur-Design-Prinzipien sind die Regeln, an denen das Ergebnis geprüft wird.
Typische Fehler
- Sich auf eine Methode verlassen. Ein Plan nur aus Zonen setzt Elemente gut, die schlecht verbunden sind; eine Analyse ohne Zonen verbindet Elemente, die zu weit auseinanderstehen.
- Zufällige Paare zu früh verwerfen. Der Wert der willkürlichen Anordnung liegt in den Paaren, die zunächst seltsam wirken. Wer sie nach kurzem Nachdenken streicht, nimmt der Methode ihren Sinn.
- Karten ohne Gang über das Land. Karten und Daten zeigen viel, aber nicht, wo Menschen wirklich gehen, wo der Boden verdichtet ist oder wo Wasser nach einem Unwetter läuft. Diese Schichten kommen aus der Beobachtung.
Wie Terra Humana die Design-Methoden versteht
Für Terra Humana sind die acht Methoden ein Werkzeugkasten. Die deutschen Namen im TerraWiki folgen den Kursunterlagen der Permakulturschule von Christoff Schneider. Auf Sa Medada steht die Arbeit noch beim Beobachten und beim Zusammentragen von Daten, und die Methoden, die Elemente im Gelände platzieren, kommen später.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht das Design noch beim Beobachten und beim Zusammentragen von Informationen. Die erste Datenschicht ist eine LiDAR-Feuchtekarte, die eine vergleichsweise trockene Hauptfläche und feuchtere Rinnen an den Rändern zeigt. Banane, Mango, Avocado, Cherimoya, Papaya, Moringa und Zitrus werden im Mikroklima erprobt, und wie es ihnen ergeht, gehört zur Beobachtung. Eine Laboranalyse des Bodens gibt es noch nicht. Swales sind geplant, gebaut ist noch keine.
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Häufige Fragen
Welche acht Design-Methoden beschreibt Mollison?
Im dritten Kapitel von Permaculture: A Designers' Manual (1988) beschreibt Bill Mollison acht Design-Methoden, in der deutschen Benennung der Permakulturschule von Christoff Schneider: Analysieren, Beobachten, Von der Natur abschauen, Optionen und Entscheidungen, Daten (Karten) übereinanderlegen, Willkürliche Anordnung, Flussdiagramme sowie Zonen- und Sektorenanalyse. Jede schaut aus einem anderen Winkel auf ein Gelände. Das Analysieren listet, was jedes Element braucht und gibt, das Beobachten geht vom Gesehenen aus, das Abschauen übernimmt Lösungen der Natur, Optionen und Entscheidungen behandeln das Design als Weg von Wahlen, die Karten werden übereinandergelegt, die willkürliche Anordnung prüft ungewöhnliche Paare, Flussdiagramme ordnen Arbeitsplätze, und Zonen und Sektoren geben jedem Element seinen Platz.
Was ist die willkürliche Anordnung in der Permakultur?
Bei der willkürlichen Anordnung setzt man Elemente zunächst ohne Grund zusammen und beurteilt das Ergebnis danach. Die Elemente werden zu Paaren gelost oder zufällig auf den Plan gesetzt, und jede Verbindung wird darauf geprüft, was sie bringen könnte. Die Methode setzt auf einen kindlichen, unvoreingenommenen Blick, wie ihn die Kursunterlagen der Permakulturschule von Christoff Schneider beschreiben, und macht ungewöhnliche Verbindungen sichtbar. Dieselben Unterlagen nennen fünf Beispiele: Hühner im Gewächshaus, das Gewächshaus am Haus, den Wasserspeicher höher als das Haus, das Lager beim Stall und den Stall bei der Ausfahrt. Was sie bringen können, ist unsere Erläuterung: Wärme und Kohlendioxid für die Pflanzen, Sonnenwärme für die Räume, Wasserdruck ohne Pumpe, kurze Wege für Futter, Einstreu und Mist. Viele Paare führen zu nichts und fallen weg; die brauchbaren bleiben.
Worin unterscheidet sich das Übereinanderlegen von Karten von der Zonen- und Sektorenanalyse?
Das Übereinanderlegen sammelt und schichtet Informationen. Jedes Thema, etwa Höhenlinien, Wasser, Boden, Vegetation oder Zugang, wird auf ein eigenes Pauspapier über der Grundkarte gezeichnet, und übereinandergelegt zeigen die Blätter, wo Bedingungen zusammentreffen. Die Zonen- und Sektorenanalyse ist ein Muster, nach dem Elemente platziert werden: Zonen nach der Häufigkeit der Besuche, Sektoren nach den Energien, die von außen auf das Gelände wirken, etwa Sonne, Wind, Wasser und Feuer. In der Praxis werden Zonen und Sektoren oft als zwei weitere Blätter auf dieselbe Grundkarte gelegt.
Muss man alle acht Methoden anwenden?
Nein. Für einen kleinen Garten reichen oft Beobachten, Analysieren und Zonen. Ein Hof mit Gebäuden, Tieren und Verarbeitung braucht dazu Flussdiagramme und übereinandergelegte Karten. Die Methoden sind Werkzeuge und lassen sich innerhalb der Design-Methodik in jeder Reihenfolge einsetzen. Hilfreich ist es, mehr als eine zu verwenden, weil jede Methode erfasst, was einer anderen entgeht: Eine Karte zeigt, wo Bedingungen zusammentreffen, aber nicht, wie zwei Elemente zusammenwirken, und eine Analyse zeigt Verbindungen, aber nicht, wo sie im Gelände Platz finden.
Wie nutzt Terra Humana die Design-Methoden auf Sa Medada?
Sa Medada steht noch beim Beobachten und beim Zusammentragen von Informationen. Eine LiDAR-Feuchtekarte zeigt eine vergleichsweise trockene Hauptfläche und feuchtere Rinnen an den Rändern und ist damit eine erste Datenschicht für das Gelände. Banane, Mango, Avocado, Cherimoya, Papaya, Moringa und Zitrus werden im Mikroklima erprobt, und wie es ihnen ergeht, gehört zur Beobachtung. Eine Laboranalyse des Bodens gibt es noch nicht. Swales sind geplant, gebaut ist noch keine.

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Quellen
- Bill Mollison, Permaculture: A Designers' Manual, Tagari Publications (1988), Kapitel 3: Methods of design
- Schneider, Ch., Permakulturschule, Kursunterlagen Planungswerkzeuge, Methods of Design (2024) und Prinzipien einer permanenten Kultur (2025), Permakultur-Designkurs
- Tobias Schediwetz (Übersetzung), Einführung in die Permakultur, deutsche Zusammenfassung von Bill Mollison, Permaculture: A Designers' Manual, Kapitel 3, S. 12 und 18, CC BY-NC-SA
- Bill Mollison, Introduction to Permaculture, Tagari Publications (1991)
- Ian L. McHarg, Design with Nature, Natural History Press (1969)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-21







