Kurz gesagt
Ein immergrüner Strauch der Myrtengewächse aus dem östlichen Südamerika mit gerippten, kirschartigen Früchten; in Florida und auf mehreren Inseln invasiv.
- Botanisch
- Eugenia uniflora
- Familie
- Myrtengewächse (Myrtaceae)
- Herkunft
- östliches Südamerika
- Wuchs
- immergrüner Strauch oder Baum, bis 7,5 m
- Kälte
- Jungpflanzen leiden unter -2,2 °C
- Wasser
- tiefe Wurzeln, übersteht Trockenzeit
- Schicht im Waldgarten
- Strauchschicht, Hecke
- Ernte
- etwa 3 Wochen nach der Blüte
- Auf Sa Medada
- Topf und Freiland, draußen überwintert
Was ist eine Surinamkirsche?
Die Surinamkirsche, in Brasilien Pitanga genannt, ist ein immergrüner Strauch der Myrtengewächse mit glänzenden, aromatischen Blättern, die bronzerot austreiben und dann dunkelgrün werden. Ihre kleinen weißen Blüten sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen an langen Stielen, und die Frucht, die folgt, ist unverwechselbar: eine abgeflachte Kugel mit sieben oder acht tiefen Rippen, wie ein Kürbis im Kleinformat, die von Grün über Orange zu Scharlachrot oder dunklem Weinrot reift. Mit der echten Kirsche ist sie nicht verwandt; zu ihren Verwandten zählen Myrte, Guave und Feijoa.
Herkunft und Wuchs
Eugenia uniflora ist im östlichen Südamerika heimisch, von Surinam, Guyana und Französisch-Guayana südwärts bis Südbrasilien und Uruguay, und wächst wild in Dickichten am Río Pilcomayo in Paraguay. Julia Morton vermerkt, dass sie botanisch zuerst nach einer Pflanze aus einem Garten in Pisa beschrieben wurde, ein Zeichen dafür, wie früh sie nach Europa kam.
Sie wächst langsam zu einem dichten Strauch oder kleinen Baum von bis zu etwa 7,5 Metern heran, meist bleibt sie kleiner. Schnitt verträgt sie gut, deshalb wird sie oft als Hecke gezogen.
Ansprüche
Klima. Eine Pflanze der Tropen und Subtropen, die volle Sonne liebt.
Kälte. Nach Morton nehmen Jungpflanzen unter etwa -2,2 °C Schaden; gut eingewachsene Pflanzen wurden bei etwa -5,6 °C nur oberflächlich verletzt.
Wasser. Sie braucht nur mäßige Niederschläge und übersteht dank tiefer Wurzeln eine lange Trockenzeit.
Boden. Fast jeder Boden geht: Sand, Lehm, schwerer Ton und weicher Kalkstein. Staunässe verträgt sie eine Zeit lang, Salz dagegen nicht.
Früchte, Nutzen und Ernte
Von der Blüte bis zur reifen Frucht vergehen nur etwa drei Wochen. In Florida und auf den Bahamas gibt es meist zwei Ernten im Jahr, eine im Frühjahr und eine im Herbst. Man isst die Früchte frisch, ohne Samen, oder macht Marmelade, Gelee, Soßen und Desserts daraus. Der Geschmack schwankt von Pflanze zu Pflanze; Typen mit dunklen Früchten sind meist süßer und weniger harzig.
Vorsicht. Die Samen sind stark harzig und sollten nicht gegessen werden. Der würzige Duft beim Schnitt großer Büsche kann die Atemwege empfindlicher Menschen reizen.
Im Waldgarten
Im Waldgarten gehört die Surinamkirsche zur Strauchschicht, unter und zwischen den Bäumen oder am Rand als fruchttragende Hecke. Sie verträgt Schnitt, lässt sich also dem Platz anpassen, und ihr Schnittgut kehrt als Mulch auf den Boden zurück. Ihre tiefen Wurzeln und ihr bescheidener Wasserbedarf machen sie zu einer Kandidatin für die trockeneren Teile einer Polykultur. In der syntropischen Landwirtschaft gehörte sie zu den niedrigeren, langlebigeren Schichten, die im Schutz schnellerer Pioniere heranwachsen.
Im Mittelmeerklima
Morton berichtet, dass die Surinamkirsche schon vor langer Zeit an der nordafrikanischen Mittelmeerküste und an der europäischen Riviera gepflanzt wurde. Die Erfahrungen sind gemischt: An der Küste Israels, wo sie 1922 eingeführt wurde, blieben die Erträge über zehn Jahre enttäuschend gering. Morton beschreibt sie vor allem als Hecken- und Zierpflanze, in der gemäßigten Zone als Topfpflanze.
Der wichtigere Punkt liegt woanders. In Florida steht sie in der höchsten Kategorie invasiver Pflanzen, weil Vögel ihre Samen in natürliche Wälder tragen, wo sie dichte, sehr schwer zu bekämpfende Bestände bildet. Auch auf vielen Inseln hat sie sich ausgebreitet, darunter Hawaii, Bermuda, die Bahamas und Réunion, und in Australien gilt sie als invasiver Gartenflüchtling. Auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten steht sie nicht. In der Praxis heißt das: die Früchte ernten, statt sie den Vögeln zu überlassen, und außerhalb der Pflanzung auf Sämlinge achten.
Vermehrung und Pflege
Meist wird sie aus Samen gezogen, die nur etwa einen Monat keimfähig bleiben und in drei bis vier Wochen keimen. Wildsämlinge lassen sich leicht verpflanzen. Veredelte Pflanzen ausgelesener süßer Typen gibt es, sie treiben aber gern unterhalb der Veredlung aus. Junge Pflanzen brauchen in den ersten Wintern Frostschutz; eingewachsene Sträucher brauchen kaum mehr als gelegentlichen Schnitt.
So versteht Terra Humana sie
Auf Sa Medada gehört die Surinamkirsche zu den Pflanzen, an denen sich zeigt, wie weit sich subtropische Sträucher an einem sardischen Hang einleben. Sie könnte Teil einer fruchttragenden Hecke in der Strauchschicht werden, die früh trägt und sich leicht in Form halten lässt. Ihr Ruf als invasive Pflanze anderswo gehört zum Bild. Terra Humana arbeitet bewusst mit solchen Arten und will genau beobachten, wie sich diese im trockenen Mittelmeersommer verhält, wo ihre Sämlinge auftauchen und wie weit Vögel sie tragen.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht die Surinamkirsche schon auf dem Land, zum Teil noch im Topf, zum Teil bereits in die Erde gepflanzt. Sie hat einen Winter draußen überstanden und gedeiht.
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Häufige Fragen
Was ist eine Surinamkirsche?
Die Surinamkirsche oder Pitanga (Eugenia uniflora) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Ihre Früchte sehen aus wie kleine, tief gerippte Kürbisse von 2 bis 4 Zentimetern Durchmesser und reifen von Grün über Orange zu leuchtendem Rot oder dunklem Weinrot. Trotz des Namens ist sie mit der Kirsche nicht verwandt. Ihre Heimat ist das östliche Südamerika, von Surinam und den Guayanas bis Südbrasilien und Uruguay.
Wie frosthart ist die Surinamkirsche?
Julia Morton berichtet, dass Jungpflanzen unter etwa -2,2 °C Schaden nehmen, während gut eingewachsene Pflanzen bei etwa -5,6 °C nur oberflächlich verletzt wurden. Sie ist eine Pflanze der Tropen und Subtropen; junge Pflanzen brauchen in den ersten Wintern Schutz, und Frostsenken meidet man besser.
Wie schmeckt eine Pitanga?
Von sauer bis süß, mit einer harzigen Note und leichter Bitterkeit. Dunkelrote bis violette Typen sind meist süßer und weniger harzig als die leuchtend roten. Man isst die Früchte frisch, in Desserts oder kocht Marmelade, Gelee und Soßen daraus. Voll ausgereifte Früchte schmecken am besten.
Ist die Surinamkirsche invasiv?
Auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten steht sie nicht, anderswo ist sie aber invasiv. In Florida steht sie in der höchsten Kategorie invasiver Pflanzen, weil sie in natürliche Wälder auswandert und dichte, sehr schwer zu entfernende Bestände bildet. Auch auf vielen Inseln hat sie sich ausgebreitet, darunter Hawaii, Bermuda, die Bahamas und Réunion, und in Australien gilt sie als invasiver Gartenflüchtling. Vögel fressen die Früchte und verbreiten die Samen, das ist ihr wichtigster Weg.
Sind Samen oder Blätter schädlich?
Die Samen sind stark harzig und sollten nicht gegessen werden. Morton berichtet außerdem, dass der kräftige, würzige Duft beim Schnitt großer Büsche die Atemwege empfindlicher Menschen reizen kann. Zerriebene Blätter geben ein aromatisches Öl ab, das Fliegen vertreibt; in Brasilien wurden die Blätter deshalb traditionell auf Fußböden gestreut.

Verwandte Begriffe






Erwähnt auf
Quellen
- Morton, Fruits of Warm Climates (1987): Surinam Cherry, S. 386 bis 388
- University of Florida IFAS, Assessment of Non-native Plants in Florida's Natural Areas: Eugenia uniflora
- Florida Invasive Species Council (früher FLEPPC), Liste invasiver Pflanzenarten, Kategorie I
- IUCN SSC Invasive Species Specialist Group, Global Invasive Species Database: Eugenia uniflora
- Centre for Invasive Species Solutions, WeedScan: Eugenia uniflora
- EPPO Global Database, Liste der invasiven gebietsfremden Pflanzen von unionsweiter Bedeutung (Stand Durchführungsverordnung (EU) 2025/1422)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13



