Kurz gesagt
Ein immergrüner Strauch der Myrtengewächse aus Südbrasilien und Uruguay; recht frosthart, mit essbaren Blütenblättern und aromatischen grünen Herbstfrüchten.
- Botanisch
- Acca (Feijoa) sellowiana
- Familie
- Myrtengewächse (Myrtaceae)
- Herkunft
- Südbrasilien, Uruguay, Argentinien
- Wuchs
- immergrüner Strauch, 1 bis 6 m
- Kälte
- etwa -9 bis -11 °C
- Wasser
- trockenheitsfest, Früchte brauchen Wasser
- Schicht im Waldgarten
- Strauchschicht, Hecke, Windschutz
- Ernte
- Herbst, 4,5 bis 7 Monate nach der Blüte
- Auf Sa Medada
- Topf und Freiland, draußen überwintert
Was ist eine Feijoa?
Die Feijoa ist ein dichter, immergrüner Strauch der Myrtengewächse, den man schon von Weitem erkennt: Ihre Blätter sind oben glänzend dunkelgrün und unten silbrig behaart, sodass der Busch schimmert, wenn der Wind sie wendet. Im Spätfrühling trägt sie auffällige Blüten: fleischige Blütenblätter, außen weiß und innen purpurrot, um ein Büschel aufrechter purpurroter Staubblätter mit goldgelben Staubbeuteln. Die ovale Frucht bleibt auch reif mattgrün oder gelbgrün und verströmt einen kräftigen, lang anhaltenden Duft; Morton vergleicht ihren Geschmack mit einer Mischung aus Ananas und Guave oder Ananas und Erdbeere.
Herkunft und Wuchs
Die Feijoa stammt aus dem äußersten Süden Brasiliens, dem Norden Argentiniens, dem Westen Paraguays und aus Uruguay, wo sie nach Morton in den Bergen häufig wild wächst. Der botanische Name hat sich mehrmals geändert, deshalb sind Acca sellowiana und Feijoa sellowiana beide in Gebrauch. Der Gattungsname ehrt den Naturforscher João da Silva Feijó, der Artname den deutschen Pflanzensammler Friedrich Sellow, der sie in Südbrasilien sammelte.
Als Strauch oder kleiner Baum erreicht sie etwa einen bis sechs Meter. Sie verzweigt sich dicht von unten und verträgt Schnitt gut.
Ansprüche
Klima. Morton beschreibt ein subtropisches Klima mit geringer Luftfeuchte als ideal, dazu etwa 760 bis 1.000 Millimeter Jahresniederschlag. In kühleren Gegenden schmecken die Früchte besser.
Kälte. Nach Morton übersteht sie etwa -9,4 bis -11,1 °C, bemerkenswert für eine fruchttragende Pflanze subtropischer Herkunft.
Wasser. Die Feijoa ist trockenheitsfest, für eine gute Ernte braucht sie aber genug Wasser, während die Früchte wachsen.
Boden und Licht. Anspruchslos, solange der Boden Wasser ableitet. Am besten volle Sonne; Halbschatten und leichte salzhaltige Gischt verträgt sie.
Früchte, Nutzen und Ernte
Die Früchte reifen im Herbst: in Südkalifornien viereinhalb bis sechs Monate nach der Blüte, um San Francisco fünfeinhalb bis sieben. Reife Feijoas fallen von selbst und werden täglich vom Boden gesammelt; Mulch oder Stroh unter dem Strauch verhindert Druckstellen. Fruchtfleisch und Mark werden samt den kleinen Samen roh gegessen oder zu Marmelade, Saft und Desserts verarbeitet.
Auch die fleischigen Blütenblätter sind essbar, süß und leicht würzig, und ihr Pflücken mindert den Fruchtansatz nicht. Die wichtigsten Bestäuber sind Bienen; Vögel, die die Blütenblätter fressen, tragen ebenfalls Pollen. Viele Sorten sind teilweise oder stark selbstunverträglich, deshalb tragen zwei verschiedene Sorten nahe beieinander verlässlicher.
Im Waldgarten
Im Waldgarten gehört die Feijoa zur Strauchschicht, an den sonnigen Rand einer Pflanzung oder zwischen junge Bäume. Ihr dichter, immergrüner Wuchs macht sie zu einer guten Hecke und einem guten Windschutz; in Neuseeland pflanzt man sie genau dafür um windempfindliche Kulturen. Schnittgut und abgeworfenes Laub können als Mulch liegen bleiben. Frosthärte und Trockenheitsfestigkeit machen sie zu einem der verlässlicheren subtropischen Sträucher für eine trockene Polykultur. In der syntropischen Landwirtschaft wäre sie einer der langlebigen Sträucher, die die unteren Schichten halten, wenn die Pioniere gegangen sind.
Im Mittelmeerklima
Die Feijoa kam früh ans Mittelmeer. 1890 brachte der französische Gartengestalter Édouard André eine Pflanze aus Brasilien in seinen Garten an der Riviera, wo sie 1897 zum ersten Mal Früchte trug. Ab 1899 verbreitete eine Baumschule in Lyon vermehrte Pflanzen, und es folgten Pflanzungen an der Riviera, in Italien und in Spanien. Nach Kalifornien kamen 1901 Sämlinge. Nach Neuseeland, wo sie später zu einer beliebten Frucht wurde, gelangte sie um 1908 aus Australien.
Ihre Frosthärte und ihre Vorliebe für geringe Luftfeuchte passen zum Mittelmeerklima. Wo die Sommer trocken sind, entscheidet das Wasser während des Fruchtwachstums über die Größe der Ernte.
Die Feijoa steht nicht auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten.
Vermehrung und Pflege
Sämlinge brauchen drei bis fünf Jahre bis zur ersten Ernte und fallen in der Fruchtqualität unterschiedlich aus, deshalb werden ausgelesene Sorten vegetativ vermehrt. Absenker bewurzeln in etwa sechs Monaten, Abmoosungen können im zweiten Jahr tragen; Stecklinge bewurzeln unter warmen, feuchten Bedingungen. Der Schnitt hält den Strauch licht oder formt ihn zur Hecke. In den ersten Sommern brauchen junge Pflanzen Wasser und einen gemulchten Wurzelbereich.
So versteht Terra Humana sie
Auf Sa Medada könnte die Feijoa an einem Platz mehrere Aufgaben übernehmen: spät im Jahr Früchte tragen und als immergrüne Hecke empfindlicheren Nachbarn den Wind abhalten. Unter den subtropischen Pflanzen, die auf Sa Medada wachsen, gehört sie zu den frosthärtesten, und das macht sie zu einem ruhigen Element in einer Pflanzung, die ihren Weg noch sucht. Wie viel Wasser sie im trockenen sardischen Sommer für eine gute Ernte braucht, werden die kommenden Jahre zeigen.
Sa Medada
So sieht das bei uns aus
Auf Sa Medada steht die Feijoa schon auf dem Land, zum Teil noch im Topf, zum Teil bereits in die Erde gepflanzt. Sie hat einen Winter draußen überstanden und gedeiht.
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Häufige Fragen
Was ist eine Feijoa?
Die Feijoa, auch Ananasguave genannt, ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Ihre Blätter sind oben glänzend dunkelgrün und unten silbrig behaart, ihre Blüten tragen dicke, fleischige Blütenblätter um ein Büschel aufrechter purpurroter Staubblätter, und ihre eiförmige grüne Frucht verströmt einen kräftigen, lang anhaltenden Duft. Botanisch heißt sie Acca sellowiana oder Feijoa sellowiana; der Gattungsname ehrt den Naturforscher João da Silva Feijó, der Artname den Pflanzensammler Friedrich Sellow.
Wie frosthart ist die Feijoa?
Nach Julia Morton übersteht sie Temperaturen bis etwa -9,4 bis -11,1 °C. Für eine Pflanze subtropischer Herkunft ist das ungewöhnlich hart. Morton vermerkt außerdem, dass die Früchte in kühleren Gegenden besser schmecken und dass sie ein subtropisches Klima mit geringer Luftfeuchte bevorzugt.
Kann man Feijoa-Blüten essen?
Ja. Die dicken, fleischigen Blütenblätter schmecken süß und leicht würzig und werden frisch gegessen, oft von Kindern. Nach Morton mindert das Pflücken der Blütenblätter den Fruchtansatz nicht. Auch Vögel fressen sie und tragen dabei Pollen weiter, die wichtigsten Bestäuber sind aber Bienen.
Braucht eine Feijoa eine zweite Pflanze, um Früchte zu tragen?
Oft ja. Die Sorten unterscheiden sich stark: Morton beschreibt 'Coolidge' als voll selbstfruchtbar und 'Choiceana' als teilweise, während 'Superba' und 'Bliss' teilweise und 'Hirschvogel' stark selbstunverträglich sind. Bei passender Bestäubung setzen 60 bis 90 Prozent der Blüten Früchte an. Zwei verschiedene Sorten nahe beieinander sind die sichere Wahl.
Wann sind Feijoas reif?
Im Herbst. In Südkalifornien reifen die Früchte viereinhalb bis sechs Monate nach der Blüte, um San Francisco fünfeinhalb bis sieben. Reife Feijoas fallen von selbst und werden vom Boden aufgesammelt; eine Schicht Stroh oder Mulch unter dem Strauch verhindert Druckstellen. Fruchtfleisch und Mark werden mit den kleinen Samen roh gegessen, als Dessert oder im Salat.

Verwandte Begriffe






Erwähnt auf
Quellen
- Morton, Fruits of Warm Climates (1987): Feijoa
- Oregon State University, Landscape Plants: Acca sellowiana (Benennung und Autorschaft)
- EPPO Global Database, Liste der invasiven gebietsfremden Pflanzen von unionsweiter Bedeutung (Stand Durchführungsverordnung (EU) 2025/1422)
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13

