
Kapitel 1 von 12
Aufbruch: was Permakultur ist
Woher die Idee kommt und welche Menschen sie geprägt haben.
0 von 9 Seiten gelesen. Lies alle, dann bekommst du den Stempel im Reisepass.Die Permakultur entstand in den 1970er Jahren in Australien. Bill Mollison und David Holmgren suchten nach einem Weg, menschliche Lebensräume so zu gestalten, wie natürliche Ökosysteme funktionieren. Das Wort ist aus „permanent agriculture“ zusammengezogen, dauerhafter Landwirtschaft, und wurde später zu „permanent culture“ erweitert: Nahrung, Wohnen und Zusammenleben gehören in denselben Entwurf.
Dieses Kapitel steht am Anfang, weil die Idee eine Geschichte und eine Familie hat. Mollison trug sie mit seinen Kursen um die Welt, Holmgren fasste sie in zwölf Gestaltungsprinzipien. Andere gingen verwandte Wege. Masanobu Fukuoka bewirtschaftete sein Land ohne Pflug, Dünger und Spritzmittel. P. A. Yeomans lernte, die Form des Geländes zu lesen, und nannte seine Methode Keyline. Sepp Holzer legte auf einem Bergbauernhof bis auf 1.500 Meter Höhe Teiche und Mischpflanzungen an. Emilia Hazelip brachte den natürlichen Anbau ans Mittelmeer, Ernst Götsch baut in Brasilien Nahrung an, indem er die Sukzession des Waldes beschleunigt, und Geoff Lawton wurde mit Greening the Desert in Jordanien bekannt.
Die Porträts darunter erzählen, was jeder von ihnen gefunden und hinterlassen hat. Zusammen ergeben sie die Landkarte für den Rest der Reise.
Die Seiten dieses Kapitels
PermakulturEin Gestaltungssystem für nachhaltige Lebensräume nach dem Vorbild natürlicher Ökosysteme, entwickelt von Bill Mollison und David Holmgren.
Bill MollisonAustralischer Naturkundler und Lehrer (1928 bis 2016), der mit David Holmgren die Permakultur begründete und sie mit seinen Kursen in die Welt trug.
David HolmgrenAustralischer Umweltgestalter, geboren 1955, Mitbegründer der Permakultur und Verfasser ihrer zwölf Gestaltungsprinzipien; lebt auf Melliodora in Victoria.
Masanobu FukuokaJapanischer Bauer und Denker (1913 bis 2008), der den Naturlandbau ohne Pflug, Dünger und Spritzmittel entwickelte und The One-Straw Revolution schrieb.
P. A. YeomansAustralischer Bergbauingenieur und Landwirt (1905 bis 1984), Begründer des Keyline-Designs: das Gelände lesen, um Regen am Hang zu halten und zu verteilen.
Sepp HolzerÖsterreichischer Bergbauer, geboren 1942, der den steilen Krameterhof im Lungau in eine Landschaft aus Teichen, Terrassen und Mischkulturen verwandelte.
Geoff LawtonIn England geborener australischer Permakultur-Planer und Lehrer, Jahrgang 1954, bekannt für Greening the Desert in Jordanien und die Heilung trockenen Landes.
Emilia HazelipKatalanische Gärtnerin (1937 bis 2003), die Fukuokas Naturlandbau an das Mittelmeerklima anpasste und den synergistischen Anbau auf Dauerbeeten begründete.
Ernst GötschSchweizer Landwirt und Forscher, der in Bahia (Brasilien) die syntropische Landwirtschaft entwickelte: Nahrung durch beschleunigte Waldentwicklung.
Selbst ausprobieren
Ein erster Blick auf den eigenen Ort
- 1Such dir einen kleinen Ort, den du gut kennst: einen Balkon, eine Gartenecke oder ein Stück deines täglichen Wegs.
- 2Setz dich zehn Minuten dorthin, ohne etwas zu tun, und notiere, was von außen hereinkommt: Sonne, Wind, Regen, Tiere, Menschen.
- 3Notiere dann, was hinausgeht: Wasser, das abfließt, Laub, das wegweht, Abfall, den du hinausträgst.
- 4Frag bei jedem Punkt auf deiner Liste, wo man ihn auffangen oder nutzen könnte, statt ihn zu verlieren.
- 5Heb die Notiz auf. Du brauchst sie in den späteren Kapiteln wieder.
Auf Sa Medada
Sa Medada ist ein Hang in Jerzu, in der Ogliastra an der Ostseite Sardiniens, mit milden Wintern und einer Trockenzeit von etwa Mai bis September. Projekt Eden verbindet dort die Gestaltung nach der Permakultur mit syntropischer Agroforstwirtschaft, der Methode von Ernst Götsch. Die Planung beginnt mit Karten aus LiDAR-Daten, Drohnen- und Satellitenbildern, die Wasserwege, Sonnenlauf und Hangneigung zeigen.