Zum Inhalt springen
Hof am Hang mit Beeten am Haus, Obstbäumen, Olivenhain und wildem Rand

Kapitel 1 von 12

Aufbruch: was Permakultur ist

Woher die Idee kommt und welche Menschen sie geprägt haben.

0 von 9 Seiten gelesen. Lies alle, dann bekommst du den Stempel im Reisepass.

Die Permakultur entstand in den 1970er Jahren in Australien. Bill Mollison und David Holmgren suchten nach einem Weg, menschliche Lebensräume so zu gestalten, wie natürliche Ökosysteme funktionieren. Das Wort ist aus „permanent agriculture“ zusammengezogen, dauerhafter Landwirtschaft, und wurde später zu „permanent culture“ erweitert: Nahrung, Wohnen und Zusammenleben gehören in denselben Entwurf.

Dieses Kapitel steht am Anfang, weil die Idee eine Geschichte und eine Familie hat. Mollison trug sie mit seinen Kursen um die Welt, Holmgren fasste sie in zwölf Gestaltungsprinzipien. Andere gingen verwandte Wege. Masanobu Fukuoka bewirtschaftete sein Land ohne Pflug, Dünger und Spritzmittel. P. A. Yeomans lernte, die Form des Geländes zu lesen, und nannte seine Methode Keyline. Sepp Holzer legte auf einem Bergbauernhof bis auf 1.500 Meter Höhe Teiche und Mischpflanzungen an. Emilia Hazelip brachte den natürlichen Anbau ans Mittelmeer, Ernst Götsch baut in Brasilien Nahrung an, indem er die Sukzession des Waldes beschleunigt, und Geoff Lawton wurde mit Greening the Desert in Jordanien bekannt.

Die Porträts darunter erzählen, was jeder von ihnen gefunden und hinterlassen hat. Zusammen ergeben sie die Landkarte für den Rest der Reise.

Die Seiten dieses Kapitels

Selbst ausprobieren

Ein erster Blick auf den eigenen Ort

  1. 1Such dir einen kleinen Ort, den du gut kennst: einen Balkon, eine Gartenecke oder ein Stück deines täglichen Wegs.
  2. 2Setz dich zehn Minuten dorthin, ohne etwas zu tun, und notiere, was von außen hereinkommt: Sonne, Wind, Regen, Tiere, Menschen.
  3. 3Notiere dann, was hinausgeht: Wasser, das abfließt, Laub, das wegweht, Abfall, den du hinausträgst.
  4. 4Frag bei jedem Punkt auf deiner Liste, wo man ihn auffangen oder nutzen könnte, statt ihn zu verlieren.
  5. 5Heb die Notiz auf. Du brauchst sie in den späteren Kapiteln wieder.

Auf Sa Medada

Sa Medada ist ein Hang in Jerzu, in der Ogliastra an der Ostseite Sardiniens, mit milden Wintern und einer Trockenzeit von etwa Mai bis September. Projekt Eden verbindet dort die Gestaltung nach der Permakultur mit syntropischer Agroforstwirtschaft, der Methode von Ernst Götsch. Die Planung beginnt mit Karten aus LiDAR-Daten, Drohnen- und Satellitenbildern, die Wasserwege, Sonnenlauf und Hangneigung zeigen.