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Wegbereiter

Sepp Holzer

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-146 Min. Lesezeit

Steiler Bergbauernhof mit Erdterrassen, Obstbäumen und mehreren Teichen am Hang

Kurz gesagt

Österreichischer Bergbauer, geboren 1942, der den steilen Krameterhof im Lungau in eine Landschaft aus Teichen, Terrassen und Mischkulturen verwandelte.

Geboren
1942 in Ramingstein, Salzburg, Österreich
Werdegang
Bergbauer, Obstbaumwärter, Fischzüchter
Wirkungsort
Krameterhof, Lungau, auf 1.100 bis 1.500 Metern
Bekannt für
Teiche, Terrassen und Wasserrückhalt im Gebirge
Hauptwerk
der Krameterhof; Sepp Holzers Permakultur (2004)
Im Ausland
Berater in vielen Ländern, darunter Tamera, Portugal

Wer ist Sepp Holzer?

Sepp Holzer ist ein Bauer, der einem Berg beigebracht hat, Wasser zu halten. Auf dem Krameterhof, dem Hof seiner Familie im Salzburger Lungau, verwandelte er über mehr als vier Jahrzehnte einen steilen Hang zwischen etwa 1.100 und 1.500 Metern in eine Landschaft aus Teichen, Terrassen, Obstbäumen und Mischkulturen. In einem rauen Gebirgsklima zog er Obst, Gemüse und Getreide und züchtete Fische, in einem System, das sich dem Hang anpasste, statt gegen ihn zu arbeiten.

Zu all dem kam er nicht über die Theorie. Er lernte durch Beobachten, Ausprobieren und Verbessern, Saison für Saison, und erfuhr erst später, dass andere für sein Tun einen Namen hatten: Permakultur.

Lebensweg

Josef „Sepp“ Holzer wurde am 24. Juli 1942 in Ramingstein geboren, als jüngster von drei Söhnen einer Bergbauernfamilie. Neben der Landwirtschaftsschule ließ er sich zum Obstbaumwärter ausbilden, später kamen eine Sprengausbildung und eine Fischereiausbildung dazu, Fertigkeiten, die alle auf dem Krameterhof ihren Platz finden sollten. 1962 übernahm er mit neunzehn Jahren den elterlichen Hof. Nach eigenen Worten begann er dann, Teiche, Terrassen und Baumschulen anzulegen, Schritt für Schritt und oft gegen den Rat seiner Zeit.

Jahrzehntelang ging er seinen eigenen Weg. Der Hof wuchs auf rund 45 Hektar. 1995 besuchten Studenten und Professoren der Universität für Bodenkultur Wien den Krameterhof und nannten ihn ein Beispiel für Permakultur. Holzer las daraufhin die Werke von Bill Mollison und David Holmgren und beschloss, den Hof bewusst in diesem Sinn weiterzuentwickeln. 2009 übergab er den Krameterhof an seinen Sohn Josef Andreas Holzer, der die Arbeit fortführt.

Die Idee

Im Zentrum von Holzers Arbeit steht das Wasser. Teiche und Feuchtflächen sind für ihn keine verlorene Nutzfläche, sondern der Motor einer Landschaft: Sie halten Regen- und Schmelzwasser auf dem Land, speichern Wärme, schaffen geschützte Kleinklimate und geben Fischen, Amphibien, Insekten und Pflanzen Leben. Um sie herum gestaltet er Terrassen mit bepflanzten Böschungen, die Wasser und Boden am Hang bremsen und ebene, nutzbare Flächen schaffen.

Auf diesen Terrassen wachsen Mischkulturen, in denen Obstbäume, Sträucher, Gemüse und Kräuter einander stützen. Hochbeete, die über Holz und Pflanzenmaterial aufgebaut werden, heute als Hügelkultur bekannt, speichern Feuchtigkeit und Nährstoffe. Das Ziel ist ein Hof, der sich weitgehend selbst trägt, weil jedes Element seinen Platz und seine Aufgabe hat.

Aus dieser Praxis wuchs der Ansatz, der heute Wasserretentionslandschaft heißt: eine Landschaft, die so gestaltet ist, dass der Regen dort bleibt, wo er fällt, mit Retentionsteichen, Terrassen und dauerhafter Pflanzendecke im Zusammenspiel.

Das Werk

Der Krameterhof selbst ist sein Hauptwerk, ein lebendiges Beispiel, das Menschen aus vielen Ländern besucht haben. Was er gelernt hatte, gab Holzer in Büchern weiter: Der Agrar-Rebell (2002), Sepp Holzers Permakultur (2004), sein bekanntestes Buch, das später auch auf Englisch erschien, und Wüste oder Paradies, 2012 auf Englisch als Desert or Paradise erschienen und der Wiederherstellung geschädigter Landschaften mit Wasser gewidmet. Der Filmemacher Bertram Verhaag porträtierte ihn im Dokumentarfilm Der Agrar-Rebell.

Im Lauf der Jahre beriet er Projekte weit über Österreich hinaus; nach Verlagsangaben waren es weltweit fast 200. Das bekannteste in Südeuropa ist Tamera im portugiesischen Alentejo, wo seit Mitte der 2000er Jahre eine Wasserretentionslandschaft aus Seen und Rückhalteflächen entsteht. Nach Angaben Tameras geht der erste See dort, 2007 angelegt, auf seinen Vorschlag zurück.

Was daraus wurde

Holzers Arbeit hat vielen Menschen gezeigt, dass selbst raues, steiles Land fruchtbar werden kann, wenn man dem Wasser Zeit und Raum gibt. Die Wasserretentionslandschaft, die er geprägt hat wie kein anderer, wird heute von den Alpen bis in die Trockengebiete Südeuropas diskutiert und erprobt, und die Fallstudie zu Tamera auf der Plattform Climate-ADAPT der Europäischen Umweltagentur hat den Ansatz in die Debatte um die Anpassung an Dürre getragen. Auf dem Krameterhof führt eine neue Generation fort, was er begonnen hat.

Was wir von Sepp Holzer lernen

Von Sepp Holzer lernen wir, dass das Wasser zuerst kommt. Sa Medada ist ein steiler Hang in Sardinien mit langen trockenen Sommern, vom Klima her das Gegenteil eines Alpenhofs, und doch ist die Frage dieselbe: Wie bleibt der Regen, der im Winter fällt, im Land? Holzers Antwort, das Wasser zu bremsen, zu speichern und zu verteilen, ist die Richtung, in die wir denken.

Wir lernen auch von seiner Art zu arbeiten: genau beobachten, im Kleinen ausprobieren, Fehler annehmen und korrigieren. Holzer vertraute dem, was ihm das Land zeigte, mehr als dem, was darüber geschrieben stand. Diese Haltung wollen wir im Projekt Eden lebendig halten.

Häufige Fragen

Wer ist Sepp Holzer?

Sepp Holzer ist ein österreichischer Landwirt, geboren am 24. Juli 1942 in Ramingstein im Land Salzburg. 1962 übernahm er mit neunzehn Jahren den elterlichen Bergbauernhof, den Krameterhof im Lungau, und verwandelte dessen steilen Hang über Jahrzehnte in eine Landschaft aus Teichen, Terrassen und Mischkulturen. Mit Büchern, Seminaren und Beratungen wurde er zu einem der bekanntesten Praktiker der Permakultur in Europa.

Was ist das Besondere am Krameterhof?

Der Krameterhof liegt an einem Hang des Schwarzenbergs im Lungau und reicht von etwa 1.100 bis 1.500 Metern Seehöhe, ein raues Klima für die Landwirtschaft. Holzer legte dort Teiche, Terrassen und Baumschulen an und zog Obst, Gemüse und Getreide an Stellen, an denen es kaum jemand für möglich hielt. Der Hof wuchs auf rund 45 Hektar; seit 2009 führt sein Sohn Josef Andreas Holzer die Arbeit weiter.

Welche Rolle spielt Wasser in Holzers Arbeit?

Wasser steht im Mittelpunkt. Holzer legt Teiche und Feuchtflächen an, die Regen- und Schmelzwasser auf dem Land halten, Wärme speichern, geschützte Kleinklimate schaffen und Fischen, Amphibien und Pflanzen Lebensraum geben. Zusammen mit Terrassen und dauerhafter Bodenbedeckung bilden sie das, was heute Wasserretentionslandschaft heißt: eine Landschaft, die so gestaltet ist, dass der Regen dort bleibt, wo er fällt.

Was verbindet Sepp Holzer mit Tamera in Portugal?

Tamera, eine Gemeinschaft im trockenen Alentejo in Südportugal, baut seit Mitte der 2000er Jahre eine Wasserretentionslandschaft aus Seen und Rückhalteflächen. Nach Angaben Tameras geht der erste See, 2007 angelegt, auf einen Vorschlag von Sepp Holzer zurück. Das Projekt wurde zum am besten dokumentierten Beispiel des Ansatzes in Südeuropa und ist als Fallstudie auf der Plattform Climate-ADAPT der Europäischen Umweltagentur beschrieben.

Welche Bücher schrieb Sepp Holzer?

Sein erstes Buch, Der Agrar-Rebell, erschien 2002, gefolgt 2004 von Sepp Holzers Permakultur, seinem bekanntesten Werk, das später auch auf Englisch herauskam. In Wüste oder Paradies, 2012 auf Englisch als Desert or Paradise erschienen, beschreibt er die Wiederherstellung geschädigter Landschaften mit Wasser, Teichen und Seen.

Luftbild einer Wasserretentionslandschaft im trockenen Hügelland: ein See im Tal, umgeben von Terrassen und jungem WaldNächster in dieser ThemenweltTameraLebens- und Forschungsgemeinschaft im portugiesischen Alentejo, bekannt für ihre seit 2007 gebaute Wasserretentionslandschaft, die den Regen im Land hält.

Verwandte Begriffe

Erwähnt auf

Quellen

  • Krameterhof, Der Krameterhof und Die Wurzeln des Krameterhofs, krameterhof.at (abgerufen Oktober 2026)
  • Holzer, S., Der Agrar-Rebell, Leopold Stocker Verlag (2002)
  • Holzer, S., Sepp Holzers Permakultur, Leopold Stocker Verlag (2004)
  • Holzer, S., Desert or Paradise: Restoring Endangered Landscapes Using Water Management, Including Lake and Pond Construction, Chelsea Green (2012)
  • Europäische Umweltagentur, Climate-ADAPT-Fallstudie: Tamera water retention landscape to restore the water cycle and reduce vulnerability to droughts (2016)
  • Wikipedia, Sepp Holzer, deutsche und englische Fassung (nur als Wegweiser zu Primärquellen genutzt, abgerufen Oktober 2026)

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14