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Wegbereiter

Geoff Lawton

Redaktionsteam Terra HumanaZuletzt aktualisiert: 2026-10-146 Min. Lesezeit

Junge Bäume und Sträucher auf einer gemulchten Fläche inmitten kahler Wüstenlandschaft

Kurz gesagt

In England geborener australischer Permakultur-Planer und Lehrer, Jahrgang 1954, bekannt für Greening the Desert in Jordanien und die Heilung trockenen Landes.

Geboren
1954 in Stoke-on-Trent, England
Werdegang
Permakultur-Planer und Lehrer, australischer Staatsbürger
Wirkungsort
Zaytuna Farm, New South Wales; Jordantal
Bekannt für
Greening the Desert, Permakultur in Trockengebieten
Hauptwerk
Permaculture Research Institute Australia (seit 1997)
Ehrungen
Humanitarian Water and Food Award 2010 (für das Institut)

Wer ist Geoff Lawton?

Geoff Lawton gehört zu den Menschen, die die Permakultur an die schwierigsten Orte getragen haben: in Wüsten, auf salzige Böden und in Regionen, in denen Wasser knapp ist und jeder Baum zählt. Als Schüler von Bill Mollison wurde er weltweit bekannt durch ein kleines Stück Land im Jordantal nahe dem Toten Meer, auf dem er zeigte, dass selbst kahler, salziger Boden wieder ein lebendiger Garten werden kann. Seine Arbeit spricht unmittelbar zu allen, die in einem trockenen Klima Land bewirtschaften.

Was ihn auszeichnet, ist sein Glaube an die Kraft des Beispiels. Ein funktionierender Demonstrationsort, so seine Überzeugung, überzeugt mehr Menschen als jeder Vortrag, denn wer sieht, dass es gelingt, fährt nach Hause und baut es nach.

Lebensweg

Lawton wurde am 10. Dezember 1954 in Stoke-on-Trent in England geboren und wurde später australischer Staatsbürger. Anfang der 1980er Jahre besuchte er einen Permaculture Design Course bei Bill Mollison, und ab 1985 arbeitete er als Permakultur-Berater, Planer und Lehrer, in den folgenden Jahrzehnten in vielen Ländern der Welt.

Im Oktober 1997 bat ihn Mollison, der sich zur Ruhe setzte, auf seiner Tagari Farm in New South Wales ein neues Institut aufzubauen und zu leiten. In drei Jahren baute Lawton das Permaculture Research Institute Australia als gemeinnützige Organisation auf. Das Institut zog später auf die Zaytuna Farm in The Channon, New South Wales, wo es bis heute Permakultur lehrt und vorführt.

Die Idee

Im Zentrum von Lawtons Arbeit steht die Überzeugung, dass geschädigtes Land durch gute Gestaltung wiederhergestellt werden kann, selbst im trockensten Klima. Seine Werkzeuge sind die der Permakultur, mit großer Konsequenz angewandt: jeden Regentropfen ernten, Wasser mit Gräben und Versickerungsgräben führen, den Boden mit dickem Mulch bedecken, Bäume und Sträucher pflanzen, die Schatten spenden und Biomasse bilden, und Tiere in den Kreislauf holen. Schritt für Schritt bildet sich eine lebendige Bodenschicht, das Kleinklima wird milder, und das Land beginnt, wieder Wasser zu halten.

Der zweite Teil der Idee ist die Lehre. Lawton will Demonstrationsorte, die sich vervielfältigen: Orte, an denen Menschen sehen, anfassen und lernen können, wie es geht, und das Wissen dann in ihre eigenen Dörfer und Höfe mitnehmen. Darum verbinden seine Projekte stets Praxis und Kurse.

Das Werk

Sein bekanntestes Werk ist Greening the Desert in Jordanien. Im Jahr 2000 begannen Geoff Lawton und seine Frau Nadia Lawton im Jordantal zu arbeiten, in einem Projekt, das eine japanische Hilfsorganisation finanzierte, auf trockenem, salzigem Land. Nach dem Ende der Förderung gründete Nadia Lawton eine jordanische Umweltvereinigung und begann 2008 einen zweiten Standort im Jordantal, der zum Mittelpunkt des Projekts wurde. Nach Angaben des Projekts erholte sich der erste Standort auch nach seiner Aufgabe von selbst weiter.

Bekannt wurden die Ergebnisse durch Filme wie Greening the Desert II (2009) und durch Berichte wie den von Al Jazeera aus dem Jahr 2011, der beschrieb, wie Lawton rund 3.000 Quadratmeter salzigen Landes mit Mulch und Bewässerungsgräben zurückgewann und wie Menschen aus Afghanistan, Peru und Ghana kamen, um dort zu lernen. 2010 erhielt das Permaculture Research Institute in Kopenhagen den Humanitarian Water and Food Award für Greening the Desert; nach Angaben des Projekts folgte 2015 der nationale Energy Globe Award für Jordanien.

Lawton wirkte auch an weiteren Projekten in Trockengebieten mit, darunter am Al-Baydha-Projekt zur Wiederherstellung von Land im Westen Saudi-Arabiens, und seit 2019 lehrt er eine lange Online-Fassung des Permaculture Design Course.

Was daraus wurde

Greening the Desert ist zu einem der bekanntesten Bilder der Permakultur weltweit geworden: ein grüner Garten in einer braunen Landschaft, nicht weit vom Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Landoberfläche. Für viele Menschen war es die erste Begegnung mit dem Gedanken, dass Desertifikation kein Schicksal ist, sondern ein Vorgang, der sich umkehren lässt. Wie viele Menschen er ausgebildet hat, ist nicht unabhängig gezählt; genannt werden mehr als 15.000 Kursteilnehmer. Gewiss ist, dass seine Kurse und Filme die Verfahren der Permakultur für Trockengebiete in viele Länder getragen haben.

Was wir von Geoff Lawton lernen

Von Geoff Lawton lernen wir, dass trockenes Land kein verlorenes Land ist. Sa Medada ist weit weniger extrem als das Jordantal, doch die langen trockenen Sommer stellen dieselbe Aufgabe: jeden Tropfen Winterregen im Boden halten und den Boden vor der Sonne schützen. Seine Reihenfolge, zuerst Mulch, Bodenbedeckung und Regenwassernutzung und erst dann große Pflanzungen, nehmen wir uns zu Herzen.

Wir lernen auch von seiner Idee des Demonstrationsortes. Ein Ort, der zeigt, wie es geht, überzeugt mehr als jeder Text. Darum dokumentieren wir das Projekt Eden offen, als Ort, an dem andere sehen können, was wir versuchen, was gelingt und was noch nicht, damit sie etwas für ihr eigenes Land mitnehmen.

Häufige Fragen

Wer ist Geoff Lawton?

Geoff Lawton ist Permakultur-Planer, Berater und Lehrer, geboren am 10. Dezember 1954 in Stoke-on-Trent in England, und australischer Staatsbürger. Er lernte Permakultur bei Bill Mollison, der ihn 1997 bat, in Australien das Permaculture Research Institute aufzubauen. Bekannt wurde er vor allem durch Greening the Desert, ein Demonstrationsprojekt im Jordantal, das zeigt, wie trockenes, geschädigtes Land wieder lebendig wird.

Was ist Greening the Desert?

Greening the Desert ist ein Permakultur-Demonstrationsprojekt im Jordantal, einer heißen, trockenen Agrarregion unter dem Meeresspiegel nahe dem Toten Meer. Geoff und Nadia Lawton begannen dort im Jahr 2000; 2008 entstand ein zweiter Standort. Mit Mulch, sorgfältiger Wasserführung, Bäumen und Mischpflanzungen wurde aus einem salzigen, kahlen Stück Land ein ertragreicher Garten, der Menschen aus vielen Ländern als Lernort dient.

Wie macht Lawton salzigen Wüstenboden wieder fruchtbar?

Die wichtigsten Werkzeuge sind einfach: dicker Mulch, der den Boden beschattet und das Bodenleben ernährt, Gräben und Versickerungsgräben, die knappes Wasser dorthin leiten, wo es gebraucht wird, und Pflanzen, die Biomasse und Schatten bilden. Al Jazeera berichtete 2011, dass Lawton im Jordantal rund 3.000 Quadratmeter salzigen Landes mit Mulch und besonderen Bewässerungsgräben zurückgewann. Ziel ist eine lebendige Bodenschicht, die Jahr für Jahr wächst und das Salz in Schach hält.

Was ist das Permaculture Research Institute?

Das Permaculture Research Institute Australia ist eine gemeinnützige Organisation, die Geoff Lawton auf Bitten Bill Mollisons gründete. Es begann 1997 auf Mollisons Tagari Farm und zog später auf die Zaytuna Farm in The Channon, New South Wales, wo es Menschen ausbildet und Permakultur in der Praxis zeigt. 2010 erhielt es für Greening the Desert den Humanitarian Water and Food Award.

Wie viele Menschen hat Geoff Lawton ausgebildet?

Eine unabhängige Zählung gibt es nicht. Nach eigenen Angaben lehrt und berät Lawton seit 1985 in vielen Ländern, genannt werden Zahlen von mehr als 15.000 Kursteilnehmern. Seit 2019 bietet er auch eine lange Online-Fassung des Permaculture Design Course an, die seine Lehre weit über die Orte hinausträgt, die er selbst besuchen kann.

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Verwandte Begriffe

Quellen

  • Al Jazeera, Earthrise: Greening the desert (28. Oktober 2011)
  • Transition Network, Projects to get inspired by: the Humanitarian Water and Food Award (November 2010)
  • Ingeniøren (ing.dk), Humanitarian Water and Food Award (21. November 2010)
  • Permaculture Research Institute, Greening the Desert II, Film (2009)
  • Wikipedia, Geoff Lawton und Permaculture Research Institute (nur als Wegweiser zu Primärquellen genutzt, abgerufen Oktober 2026)

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14